Kraft schöpfen in der Gemeinschaft

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anneteekanne Avatar

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Studentin Marie flieht aus dem trubeligen Paris. Ihr Leben mit einem Studium und zwei Nebenjobs und einer verstorbenen Tante als letzten Verwandten wird ihr zu viel. Im Zug durch Belgien begegnet sie Jónína. Eine Isländerin, die seit Jahren in Belgien, in Redu lebt. Jónína erkennt Maries Zerrissenheit, stellt ein paar Fragen, worauf Marie ihre Geschichte erzählt und lädt diese dann ein, ein paar Wochen bei ihr zu verbringen.
Redu empfängt Marie freundlich, bis auf die "graue Nachbarin Mathilde", die missmutig durch die Gegend wandert.

Als gleich am Anfang der Satz mit kein Fernsehen, kein Internet fiel, dachte ich an ein Kloster. An einen Ort, an den man sich zurückziehen kann, um Kräfte zu sammeln. Aber leben? So im Grunde fernab von der modernen Zivilisation. Denn so kam es mir vor. Papier wird in einer Mühle handgeschöpft, der Bäcker hängt das Brot an die Gartenpforte und auch sonst ist das Leben sehr geruhsam.
Klingt eigentlich wunderschön zum Eintauchen. Auch die Tatsache, dass der Roman von Torsten Woywod aus mehreren Perspektiven erzählt wird, lockert die Geschichte auf. Aber ansonsten ist sie leider langweilig, langatmig und nach kurzer Zeit auch vorhersehbar. Mathilde, die Nachbarin von Jónína beäugt Marie, den jungen Eindringling genau. Sie trauert um ihren kürzlich verstorbenen Mann und möchte diesem eigentlich gerne folgen. Aber der ruhige Fluss des Lebens bringt alle wieder glücklich zusammen.

Fazit: Schöne Geschichte, aber mehr langer Fluss als pointierte Erzählung.