Zart, feinfühlig und berührend – ein Neuanfang in Redu

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
sternzauber Avatar

Von

Während der Titel des Buches meinem Empfinden nach nicht ganz stimmig ist und trotzdem gut passt, finde ich die Covergestaltung sehr gelungen. Das Bild strahlt genau die Ursprünglichkeit und Ruhe aus, die das Dorf der Geschichte so sehr prägt und auch die Gesamtkomposition mit der Schrift des Titels und Autorennamens gefällt mir sehr.

Die Geschichte erzählt von einem ganz besonderen Ort, von noch besondereren Menschen und von der Kunst des Zuhörens sowie dem Zauber des Lesens und der Natur. Mehr möchte ich zum Inhalt eigentlich gar nicht verraten, denn jede weitere Beschreibung zusätzlich zum Klappentext, nimmt einfach zu viel vorweg. Viel schöner ist es, wenn man diese sehr zarte und feine Geschichte ganz unvoreingenommen und frisch entdecken darf.

Denn dem Autor ist es unglaublich gut gelungen eine Geschichte mit einer ganz einzigartigen Atmosphäre zu schaffen, die mich völlig gefangen genommen und begeistert hat. Zugegeben: für Leserinnen, die nach Action und Drama suchen, ist dieses Buch definitiv nicht geeignet, doch für alle Bücherfreunde, die auch die leisen Töne lieben, die Achtsamkeit und Feinfühligkeit schätzen, ist es dagegen ein Hauptgewinn! Ich habe mich in dem kleinen Bücherdorf Redu unheimlich wohl gefühlt und fand es wirklich zauberhaft zu erleben, wie die Dorfbewohner, aber auch Marie sich im Laufe der Handlung entwickeln und konnte mich ganz verlieren in dieser ganz eigenen Welt.

Mir gefällt es sehr, wie wertschätzend und als wertvoll Fähigkeiten, wie das Zuhören, aufmerksames Hinschauen, Hinspüren und die Wahrnehmung der Natur beschrieben werden und wir sehr diese Tugenden die Geschichte durchdringen. Als Bibliophile liebe ich es zudem, dass auch Bücher eine große Rolle in der Geschichte spielen und auch, wenn die Handlung recht unaufgeregt angelegt ist, geschieht doch eine ganze Menge – in der Gemeinschaft, im Dorf und im Inneren der ProtagonistInnen.

Torsten Woywod erzählt in angenehm und flüssig lesbarer Sprache und seine Wortwahl unterstreicht für mich die Stimmung der Geschichte wunderbar. Marie ist eine, wenn nicht sogar die Hauptperson der Geschichte und ich mochte sie von Anfang an sehr gerne. Doch überhaupt ist es dem Autor gelungen Charaktere zu schaffen, die mir sympathisch sind, oder es wurden, und die mich auf eine Reise der eigenen Entwicklung mitnehmen konnten – wirklich toll! Dabei sind die ProtagonistInnen liebenswert eigenwillig und erkennbar gezeichnet von ihren Erlebnissen, was ich als sehr charmant und authentisch empfinde.

Alles in allem ist „Mathilde und Marie“ für mich ein absolut lesenswertes Buch für alle FreundInnen zarter Geschichten und ich liebe es sehr! Daher empfehle ich die Geschichte von Herzen und wünsche ganz viel Freude beim Lesen!