Zwischen Büchern und Lebenswegen
Das Cover wirkt zurückhaltend und stimmig, beinahe klassisch, und passt gut zum Ton des Romans. Schauplatz ist das belgische Bücherdorf Redu, ein Ort, an dem Hektik keinen Platz hat. Bücher, Gespräche und Natur geben hier den Rhythmus vor. In diese Umgebung kommt Marie, eine junge Frau auf der Suche nach Abstand und Orientierung. Ihre Ankunft bringt Bewegung in den Alltag des Dorfes. Besonders Mathilde, die bisher eher für sich geblieben ist, wird davon berührt. Die Begegnungen zwischen den Figuren sind ruhig und unspektakulär, gewinnen aber gerade dadurch an Glaubwürdigkeit. Der Roman setzt auf Zwischentöne statt auf große Ereignisse. Der Schreibstil ist gleichmäßig und bedacht, mit viel Raum für Beobachtungen. Landschaft und Ort werden detailliert beschrieben. Redu wirkt wie ein Gegenentwurf zur modernen Beschleunigung. Nicht jede Entwicklung ist überraschend, manches wirkt vorhersehbar. Dennoch trägt die Grundstimmung durch das gesamte Buch.
Ich habe diesen Roman als angenehme, ruhige Lektüre empfunden, die zum Nachdenken und Innehalten anregt.
Ich habe diesen Roman als angenehme, ruhige Lektüre empfunden, die zum Nachdenken und Innehalten anregt.