Zwischen Marmeladengläsern und Lebensweisheiten

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Mit einem Bild in warmen Farbtönen auf dem Cover und einem ansprechenden Klappentext lädt der Roman dazu ein, sich auf seine gut 300 Seiten einzulassen.

Der Plot: Traurige, überarbeitete, gestresste, verschuldete Pariser Studentin findet in einem 390 Seelendorf zu sich und hilft einer älteren Nachbarin aus ihrer Trauer und Einsamkeit. Der Weg dorthin ist schnell erzählt: In Paris steigt sie spontan in einen Zug ins Nirgendwo und folgt der Einladung einer älteren Dame, mit ihr aufs Land zu kommen und dort zu wohnen.
Ab und zu bringt der nette Bäcker Brot vorbei, sie wird bekocht - keine Rede mehr von ihren erdrückenden Schulden, ihren Existenzängsten - sie findet sich im Einklang mit der Natur und erwacht - genau wie das Dorf am Morgen: „In den Häusern Redus glomm hinter einigen Fenstern bereits warmes Licht, und aus zahlreichen Schornsteinen stieg Rauch empor. Er kräuselte sich über den dunklen Schindeldächern, nahm dann die Form schmaler Fäden an und verschwand schließlich ganz. Die gesamte Szenerie mutete wie ein zaghaftes Erwachen des Dorfes an, in dessen Rahmen die ersten verstreuten Regungen des morgendlichen Lebens in den Tag hineinwuchsen.“ (S.316) Dieser Stil prägt den Roman, man erfährt etwas über die Vogelwelt, wie man Marmelade kocht, wie Papier geschöpft wird… gepaart mit Alltagsphilosphie.

Für mich definitiv zu viel des Guten, fast kitschig sowohl vom Inhalt als auch vom Stil.