Andere Betrachtungen
Rosie Hewletts "Medea" ist eine gelungene Nacherzählung der klassischen Sage aus Kolchis. Während die traditionellen Mythen oft die Taten Jasons und der Argonauten betonen, stellt dieser Roman die weibliche Sichtweise konsequent ins Zentrum.
Die Autorin zeichnet das Bild eines jungen Mädchens, das in einem grausamen, patriarchalen Umfeld aufwächst und dem selbst von den engsten weiblichen Verwandten kaum Empathie entgegengebracht wird. Die Trennung von ihrer Mentorin Circe verstärkt Medeas Verunsicherung, während ihre Kräfte wachsen. Mir hat besonders die Charakterzeichnung gefallen: Medea wird hier nicht als bloßes Monster dargestellt, sondern als komplexe Figur, deren Motive psychologisch nachvollziehbar bleiben. Ein fesselnder Roman, der zum Nachdenken über die Einseitigkeit klassischer Überlieferungen anregt.
Die Autorin zeichnet das Bild eines jungen Mädchens, das in einem grausamen, patriarchalen Umfeld aufwächst und dem selbst von den engsten weiblichen Verwandten kaum Empathie entgegengebracht wird. Die Trennung von ihrer Mentorin Circe verstärkt Medeas Verunsicherung, während ihre Kräfte wachsen. Mir hat besonders die Charakterzeichnung gefallen: Medea wird hier nicht als bloßes Monster dargestellt, sondern als komplexe Figur, deren Motive psychologisch nachvollziehbar bleiben. Ein fesselnder Roman, der zum Nachdenken über die Einseitigkeit klassischer Überlieferungen anregt.