Medea neu erzählt!

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Medea. Die Hexe von Kolchis hat mich von Anfang an begeistert. Schon das Cover ist ein echter Hingucker: dunkel, magisch und ein bisschen bedrohlich, genau die Stimmung, die einen im Buch erwartet. Die Gestaltung passt perfekt zur Geschichte und macht direkt neugierig. Die Handlung erzählt Medeas Geschichte aus einer neuen Perspektive, ohne dabei zu viel vorwegzunehmen. Es geht um Ausgrenzung, Macht, Schmerz und den Wunsch nach Freiheit. Besonders spannend fand ich, wie das Buch mit Erwartungen spielt und bekannte Rollenbilder hinterfragt. Nichts ist hier einfach nur schwarz oder weiß. Stattdessen wird immer wieder deutlich, wie Manipulation funktioniert und wie schnell sich Täter-Opfer-Rollen verschieben können. Das hat mich beim Lesen oft innehalten lassen. Der Schreibstil ist für mich eines der größten Highlights. Er ist flüssig, bildhaft und emotional, ohne kitschig zu werden. Die magischen Elemente fügen sich ganz selbstverständlich ein und sorgen für eine tolle Atmosphäre. Man fliegt nur so durch die Seiten, weil man ständig wissen will, wie es weitergeht. Auch die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Medea ist eine unglaublich interessante Protagonistin: stark, verletzlich, wütend und verzweifelt zugleich. Ihre Gedanken und inneren Konflikte fühlen sich echt an, und man kann ihre Entscheidungen zumindest nachvollziehen, selbst wenn man sie nicht immer gutheißen würde. Für mich ist dieses Buch so interessant, weil es eine bekannte Geschichte neu denkt und dabei Fragen aufwirft, die auch heute noch relevant sind. Es unterhält nicht nur, sondern regt auch zum Nachdenken an.