Medea reloaded
Ich kann den mythologischen Retellings der letzten Zeit wirklich etwas abgewinnen. Ein neuer, oft feministischer Blick tut dem antiken Stoff gut und es wäre in der Menschheitsgeschichte sicher einiges anders gelaufen, wenn in den letzten 3000 Jahren die weiblichen Perspektiven häufiger zu Wort gekommen wären.
Rosie Hewlett verleiht in ihrem neusten Roman "Medea" eine Stimme. Eine Frau, deren Charakterzüge in vielen Darstellungen nur zwischen Rache und Wahnsinn changiert, erhält hier weitere Facetten. Schon früh spürt Medea die magischen Fähigkeiten in sich, die sie zu einer Hexe machen. Von ihrer eigenen Familie wird sie deswegen jedoch gemieden und bestraft, sie erlebt eine Kindheit, die von Gewalt und Einsamkeit geprägt ist. Als der griechische Held Jason das goldene Vlies ihres Vaters erobern möchte, sieht sie ihre Chance, gemeinsam mit ihm ihrem Schicksal zu entfliehen.
Der Roman macht den antiken Mythos einem jungen Publikum zugänglich, erzählt von Gaslighting, Machtmissbrauch, weiblicher Selbstbestimmung. Besonders gut gefallen haben mir die gemeinsamen Auftritte von Medea und der mächtigen Hexe Circe, das hatte so viel Potential! Genauso wie Medeas eigene Auseinandersetzung mit ihrer Magie. Im Verlauf der Geschichte wird deutlich, wie toxisch die Beziehung zum zunächst so zauberhaften Jason ist, der sich zunehmend als Narzisst entpuppt. Der Großteil des Buches kreist um diese Beziehung, um Medeas Zerrissenheit, um ihren Kampf, sich selbst in dieser Beziehung nicht zu verlieren. Dieser ständige Fokus war für mich beim Lesen etwas zermürbend, ich hätte mir eine stärkere thematische Vielfalt gewünscht! Abgesehen davon ein spannendes Retelling!
Rosie Hewlett verleiht in ihrem neusten Roman "Medea" eine Stimme. Eine Frau, deren Charakterzüge in vielen Darstellungen nur zwischen Rache und Wahnsinn changiert, erhält hier weitere Facetten. Schon früh spürt Medea die magischen Fähigkeiten in sich, die sie zu einer Hexe machen. Von ihrer eigenen Familie wird sie deswegen jedoch gemieden und bestraft, sie erlebt eine Kindheit, die von Gewalt und Einsamkeit geprägt ist. Als der griechische Held Jason das goldene Vlies ihres Vaters erobern möchte, sieht sie ihre Chance, gemeinsam mit ihm ihrem Schicksal zu entfliehen.
Der Roman macht den antiken Mythos einem jungen Publikum zugänglich, erzählt von Gaslighting, Machtmissbrauch, weiblicher Selbstbestimmung. Besonders gut gefallen haben mir die gemeinsamen Auftritte von Medea und der mächtigen Hexe Circe, das hatte so viel Potential! Genauso wie Medeas eigene Auseinandersetzung mit ihrer Magie. Im Verlauf der Geschichte wird deutlich, wie toxisch die Beziehung zum zunächst so zauberhaften Jason ist, der sich zunehmend als Narzisst entpuppt. Der Großteil des Buches kreist um diese Beziehung, um Medeas Zerrissenheit, um ihren Kampf, sich selbst in dieser Beziehung nicht zu verlieren. Dieser ständige Fokus war für mich beim Lesen etwas zermürbend, ich hätte mir eine stärkere thematische Vielfalt gewünscht! Abgesehen davon ein spannendes Retelling!