Medeas Schicksal

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Rosie Hewlett erzählt die Geschichte Medeas neu und mit eigenen Schwerpunkten. Viola Müller liest das Hörbuch mit einer Dauer von 14,3 Stunden engagiert vor.
Medea hat aufgrund ihrer Zauberkraft, die sie von einer Göttin als Geschenk erhielt, eine Sonderstellung in der Familie und später auch in der Gesellschaft. Leider wirkt sich dies nicht positiv aus: die Kräfte waren vielen willkommen, aber als Hexe wurde sie verachtet, sie führte ein einsames, zurückgezogenes Leben. Ihr Wunsch nach Liebe und Nähe erfüllt sich nicht.

So hilft sie bereitwillig Jason, einem jungen Krieger, der bei ihrem Vater auftaucht, um das goldene Vlies zu erobern. Aus Liebe zu ihm verliert sie die Loyalität zur Familie, tötet sogar den eigenen Bruder.
Jason weiß Medea geschickt zu manipulieren. Lange geht dies gut, sie steht dem Narzissten sehr naiv gegenüber, doch irgendwann überspannt er den Bogen. Sie rächt sich auf fürchterliche Weise mit einem Blutbad und tötet sogar die eigenen Kinder, für die sie keine Zukunft in der vorurteilsbehafteten Welt sieht. Danach besinnt sie sich auf ihre Kräfte und eigenen Ziele, die sie fortan durchsetzt. Aus der willfährigen Frau wird eine verletzte rachsüchtige Hexe, die tatsächlich über Leichen geht.
Das Schicksal Medeas wird gut deutlich, jedoch hat das Buch einige Längen, die trotz des guten Vortrags der Sprecherin etwas störten.
Der Lebensabschnitt an Jason´s Seite wird sehr ausführlich beschrieben, ebenso der Weg dorthin. Am Ende wird die Erzählperspektive gewechselt, das war nicht uninteressant, dennoch hätte ich auch hier gerne etwas über Medeas Gedanken erfahren. Dieser Bruch gefiel mir nur teilweise, auch das Ende erschien etwas überstürzt.
Von mir gibt es 3.5 Sterne, die ich aufrunde wo es nötig ist.