Stellenweise schwer zu ertragen und dabei so richtig gut
In Medea nimmt uns Rosie Hewlett mit in die Psyche einer der berüchtigsten Frauenfiguren der griechischen Mythologie. Doch sie macht aus ihr keineswegs die bösartige Hexe als die sie im Mythos dargestellt wird und das obwohl sie absolut nichts beschönigt was Medea tat. All ihre Taten sind weiterhin vorhanden, doch durch den Blick durch Medeas Augen erfahren wir welche furchtbaren Umstände sie zu der machten, als die sie dargestellt wird.
"Es ist ein Gelöbnis, ein Versprechen, geschmiedet in den feurigen Tiefen meines Hasses. Ich werde diesem Gefängnis entkommen. Und wenn ich es von innen heraus niederbrennen muss." Seite 64
Hewletts Schreibstil ist eindringlich, klar, prägnant und dabei voller schöner Passagen. So dass ich beim Lesen immer wieder meine Notizenapp zücken musste um sie mir zu notieren.
Dabei lässt sich das Buch trotz der für uns vermutlich eher unbekannten Namen gut lesen (also ich weiß für meinen Teil immer noch nicht wie Chalkiope ausgesprochen wird...). Das einzige was mich hier immer mal wieder raus gebracht hat ist die ungewohnte Zeitform im Präsens. Irgendwie will mein Kopf immer alles ins Präteritum setzen.
Die Protagonistin Medea ist vielschichtig und da wir alles durch ihre Augen erleben trotz aller Gräuel sehr, sehr nahbar (etwas das besonders gegen Ende des Romans ein wenig schwierig zu ertragen war für mich. Was keine Kritik am Buch ist, ihr werdet es verstehen, wenn ihr das Buch gelesen habt). Medea ist eine Figur die man am liebsten schütteln würde, um sie aufzurütteln und doch weiß man, dass das nichts geändert hätte.
Man möchte schreien, weinen, kreischen ob der Ungerechtigkeiten die ihr Widerfahren und der Dinge die sie erdulden muss. Ohne zu viel vorwegzunehmen (für die, die den Mythos nicht kennen): Jason ist so ein A*********. Aber das war soweit von Anfang an klar.
Ihre Entwicklung mitzuerleben, zu verstehen warum sie wie (aus ihrer Sicht vollkommen logisch) handelt war wirklich ein Erlebnis und hat meine Liebe zur griechischen Mythologie neu entfacht.
Allerdings brauche ich danach jetzt erst mal ein etwas freundlicheres Buch. ;)
Wie bestimmt schon gemerkt: Der Roman ist keine leichte Kost und nichts für einen cozy Read.
Für alle die gerne etwas zu Female Rage, zu Frauen die zu Dingen getrieben werden und zu Ungerechtigkeiten lesen wollen: Go for it! Es ist ein feministischer, ein starker, ein psychologischer Roman über eine Frau die durch ihre äußeren Umstände etwas wurde was sie nicht verdient hatte.
"Und ich will nicht länger zerstören, was ich bin, um eine Version von mir zu erschaffen, die die Welt akzeptiert. Ich werde alles annehmen. Jeden dunklen, hässlichen, monströsen Teil von mir. Ich akzeptiere sie." Seite 462
Ich für meinen Teil bin froh das Buch gelesen zu haben.
"Es ist ein Gelöbnis, ein Versprechen, geschmiedet in den feurigen Tiefen meines Hasses. Ich werde diesem Gefängnis entkommen. Und wenn ich es von innen heraus niederbrennen muss." Seite 64
Hewletts Schreibstil ist eindringlich, klar, prägnant und dabei voller schöner Passagen. So dass ich beim Lesen immer wieder meine Notizenapp zücken musste um sie mir zu notieren.
Dabei lässt sich das Buch trotz der für uns vermutlich eher unbekannten Namen gut lesen (also ich weiß für meinen Teil immer noch nicht wie Chalkiope ausgesprochen wird...). Das einzige was mich hier immer mal wieder raus gebracht hat ist die ungewohnte Zeitform im Präsens. Irgendwie will mein Kopf immer alles ins Präteritum setzen.
Die Protagonistin Medea ist vielschichtig und da wir alles durch ihre Augen erleben trotz aller Gräuel sehr, sehr nahbar (etwas das besonders gegen Ende des Romans ein wenig schwierig zu ertragen war für mich. Was keine Kritik am Buch ist, ihr werdet es verstehen, wenn ihr das Buch gelesen habt). Medea ist eine Figur die man am liebsten schütteln würde, um sie aufzurütteln und doch weiß man, dass das nichts geändert hätte.
Man möchte schreien, weinen, kreischen ob der Ungerechtigkeiten die ihr Widerfahren und der Dinge die sie erdulden muss. Ohne zu viel vorwegzunehmen (für die, die den Mythos nicht kennen): Jason ist so ein A*********. Aber das war soweit von Anfang an klar.
Ihre Entwicklung mitzuerleben, zu verstehen warum sie wie (aus ihrer Sicht vollkommen logisch) handelt war wirklich ein Erlebnis und hat meine Liebe zur griechischen Mythologie neu entfacht.
Allerdings brauche ich danach jetzt erst mal ein etwas freundlicheres Buch. ;)
Wie bestimmt schon gemerkt: Der Roman ist keine leichte Kost und nichts für einen cozy Read.
Für alle die gerne etwas zu Female Rage, zu Frauen die zu Dingen getrieben werden und zu Ungerechtigkeiten lesen wollen: Go for it! Es ist ein feministischer, ein starker, ein psychologischer Roman über eine Frau die durch ihre äußeren Umstände etwas wurde was sie nicht verdient hatte.
"Und ich will nicht länger zerstören, was ich bin, um eine Version von mir zu erschaffen, die die Welt akzeptiert. Ich werde alles annehmen. Jeden dunklen, hässlichen, monströsen Teil von mir. Ich akzeptiere sie." Seite 462
Ich für meinen Teil bin froh das Buch gelesen zu haben.