Urlaub? Oder Falle?

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
ravenmoon Avatar

Von

Allein die Buchbeschreibung hat mich sofort neugierig gemacht – und die Leseprobe hält dieses Versprechen direkt ein. Schon der Prolog erzeugt eine dichte, fast beklemmende Atmosphäre: Die Szene aus der Perspektive eines Kindes wirkt zunächst ruhig und beobachtend, entwickelt aber schnell eine unterschwellige Bedrohung, die sich richtig festsetzt. Spätestens hier wird klar, dass dieser Thriller psychologisch arbeitet und nicht nur auf schnelle Effekte setzt.

Besonders gelungen finde ich den Wechsel zum eigentlichen Handlungsbeginn rund um Henrike und ihre Familie. Die Dynamik zwischen den Figuren wirkt sofort greifbar: unausgesprochene Spannungen, alte Konflikte und eine Beziehung, die offensichtlich bereits Risse hat. Dass der Urlaub als „Neuanfang“ gedacht ist, während gleichzeitig so viel Unausgesprochenes im Raum steht, sorgt für eine starke Grundspannung.

Auch kleine Details – wie die Situation am Flughafen oder Freddys seltsame Wahrnehmungen – geben der Geschichte eine zusätzliche Tiefe und lassen erahnen, dass hier mehr hinter allem steckt, als es zunächst scheint. Man hat ständig das Gefühl, dass sich unter der Oberfläche etwas zusammenbraut.

Das Cover gefällt mir ebenfalls sehr gut. Die warme, fast idyllische Küstenlandschaft steht im starken Kontrast zur düsteren Handlung und spiegelt genau das wider, was man erwartet: ein scheinbar perfekter Ort, an dem sich nach und nach etwas Unheimliches entfaltet.

Ich erwarte einen vielschichtigen, psychologisch dichten Thriller, in dem sich die Wahrheit Stück für Stück entfaltet und die Figuren zunehmend unter Druck geraten. Gerade diese Mischung aus Familiendrama, abgeschottetem Setting und unterschwelliger Bedrohung macht für mich den Reiz aus – und sorgt dafür, dass ich unbedingt weiterlesen möchte.