Wo das Meer schweigt und die Wahrheit lauert

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Cover & Gestaltung:
Das Cover von Meeresdunkel hat mich sofort angesprochen. Diese warmen, fast schon glühenden Orangetöne über dem Meer wirken gleichzeitig wunderschön und bedrohlich, wie ein Sonnenuntergang, bei dem man schon ahnt, dass gleich etwas kippt. Die Klippen und das dunkle Wasser erzeugen direkt so ein Gefühl von Abgeschiedenheit. Besonders schön finde ich auch den Farbschnitt, das gibt dem Buch nochmal etwas Hochwertiges und macht es zu einem richtigen Hingucker im Regal. Insgesamt passt die Gestaltung perfekt zu einem Thriller, der scheinbar idyllisch beginnt, aber garantiert nicht so bleibt.

Schreibstil & Atmosphäre:
Till Raether hat mich ab dem ersten Satz in den Bann gezogen. Der Prolog mit dem Kind in der Marslandschaft ist unglaublich atmosphärisch geschrieben. Er schafft es, eine beklemmende Stille zu erzeugen, die mir eine richtige Gänsehaut verpasst hat. Der Wechsel zu Henrikes Perspektive am Flughafen ist dann ein krasser Kontrast, wirkt aber durch den modernen, klaren Schreibstil total flüssig. Die unterschwellige Anspannung innerhalb der Familie ist fast greifbar und man spürt richtig, dass hier nicht nur die Urlaubsreise, sondern das ganze Familiengefüge auf brüchigem Eis steht.

Charaktere & Erwartungen:
Henrike fand ich direkt greifbar, man spürt ihre Anspannung und auch diese Mischung aus Hoffnung und Unsicherheit wegen der Reise.
Hans wirkt auf mich ziemlich verschlossen und irgendwie schwierig, da brodelt definitiv etwas unter der Oberfläche. Am spannendsten finde ich aber Freddy mit seinen Visionen und dieser leicht schrägen Art, bei ihm weiß man gar nicht, wie ernst man das alles nehmen soll, aber genau das macht ihn interessant. Dass Henrike und Freddy ihren eigenen Vater vor dreißig Jahren ins Gefängnis gebracht haben und Freddy glaubt, ihn am Flughafen gesehen zu haben, hat bei mir alle Alarmglocken schrillen lassen.

Warum ich weiterlesen möchte:
Ich liebe Thriller, die an abgeschiedenen Orten spielen, und das Setting auf Mallorca kurz nach einem Unwetter bietet dafür die perfekte, unheimliche Bühne.
Die Leseprobe endet mit so einem heftigen Cliffhanger.
Was haben Henrike und Freddy vor 30 Jahren getan? Wer ist der Mann am Flughafen? Und wie passt die Leiche aus dem Klappentext ins Bild?
Ich bin total angefixt und möchte unbedingt herausfinden, welches dunkle Geheimnis diese beiden Familien verbindet und wer am Ende nicht mehr lebend aus der Finca herauskommt.