Atmosphärischer Thriller mit großem Potenzial zu einer Fortsetzung
Zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sitzen nicht nur im gleichen Flieger von Hamburg nach Mallorca, sondern haben das gleiche Ferienhaus gebucht – eine alte zugige Villa auf einer steilen Klippe. Anfangs sieht es wie ein Zufall aus, und beide Familien machen das Beste daraus. Doch je weiter die Handlung fortschreitet, umso klarer wird: Hier gibt es Geheimnisse, eine Vergangenheit, die beide Familien miteinander verknüpft. Den immer deutlicher werdenden Verfall der Villa, die ihre besten Zeiten längst hinter sich hat, setzt der Autor geschickt als stilistisches Mittel ein, das die Handlung auf ihre ganz eigene Weise vorantreibt. So steht der Verfall stellvertretend nicht nur für die gescheiterten Beziehungen der Protagonisten, sondern auch für die Dekadenz einer Familie, für mehr als eine alte unbeglichene Schuld und ein Drama, das sich immer weiter zuspitzt. Till Raether gelingt mit „Meeresdunkel“ ein atmosphärischer Thriller. Interessant sind die Figurenzeichnungen, die eine erstaunliche Tiefe entwickeln. Während die Erwachsenen eher hilflos durch das Set stolpern, sind es die Kinder, die Weitblick und Handlungssicherheit zeigen: Finn und Esmé, die 14-jährigen Zwillinge von Hans und Henrike, und der altkluge 8-Jährige Juri von Marie und Samuel, der zwar an seiner Babypuppe Hedwig hängt, aber erstaunlich viel Scharfsinn beweist. Es macht Spaß, sie auf ihren Exkursionen über das Gelände zu begleiten und dabei zuzusehen, wie sie das Heft übernehmen.
Die beiden Ehepaare hingegen schleppen ziemlich viel eigenen Ballast mit sich herum, die Brüche zwischen ihnen werden immer größer. Und als es plötzlich einen Toten aus ihren eigenen Reihen gibt, der eindeutig ermordet wurde, sind es die Erwachsenen, die sich unfähig zeigen und sich wie kleine Kinder benehmen, während die Jugend in den Krisenbewältigungsmodus schaltet und durch ihre sarkastischen, sehr treffenden Analysen der Situation immer wieder für Schmunzeln sorgt. Interessant sind die psychologischen Spannungen zwischen den Protagonisten, die Till Raether auf interessante Weise zeichnet und miteinander verwebt. Das Ende ist gleichzeitig ein Anfang und hat das Zeug zu einer Fortsetzung, die ich sehr bald lesen möchte.
Die beiden Ehepaare hingegen schleppen ziemlich viel eigenen Ballast mit sich herum, die Brüche zwischen ihnen werden immer größer. Und als es plötzlich einen Toten aus ihren eigenen Reihen gibt, der eindeutig ermordet wurde, sind es die Erwachsenen, die sich unfähig zeigen und sich wie kleine Kinder benehmen, während die Jugend in den Krisenbewältigungsmodus schaltet und durch ihre sarkastischen, sehr treffenden Analysen der Situation immer wieder für Schmunzeln sorgt. Interessant sind die psychologischen Spannungen zwischen den Protagonisten, die Till Raether auf interessante Weise zeichnet und miteinander verwebt. Das Ende ist gleichzeitig ein Anfang und hat das Zeug zu einer Fortsetzung, die ich sehr bald lesen möchte.