Durchwachsen
Die Buchbeschreibung hat mich total neugierig gemacht und der Prolog direkt ins Buch gezogen. Ein Kind verfolgt, wie eine Person aus dem Meer kommt. Im Hier und Jetzt reisen 2 Familien im gleichen Flieger nach Mallorca und beide haben tatsächlich die stark renovierungsbedürftige Villa gebucht. Auf der einen Seite ist Henrike, Hans, deren Teenagerzwillinge Esme und Finn sowie Henrike’s Bruder Freddy, auf der anderen Seite Marie und Samuel mit ihrem 8 jährigen Sohn und dessen Puppe Hedwig. Sie beschliessen, zunächst in dem halb verfallen Haus die Nacht und ab dem nächsten Morgen auch die restlichen Urlaubstage dort zu verbringen. Sehr subtil und beklemmend entwickelt sich die Geschichte, aus der Perspektive von Henrike, Samuel und Juri wird erzählt. Der Autor schreibt flüssig und man kann das Buch so runter lesen. Was mich ein wenig gestört hat, war, dass mir keine der Personen wirklich sympathisch war und der 8jährige Juri wie ein Erwachsener erzählt. Darüber konnte ich aber hinwegsehen und die ersten 2/3 des Buches fand ich auch spannend, insbesondere auch als es einen Toten gab und ein Sturm aufzog, der alle ans Haus fesselte. Besonders gefallen haben mir die später stattfindenden Rückblicke ins Jahr 1995, da sie ja auch mit dem Fall zu tun hatten, nur was? Ab dem letzten Drittel des Buches war meine Spannung allerdings dahin, die Lösung des Buches für mich klar und zog sich auch sehr in die Länge. Auch gab es hier im Verhalten der Personen für mich Unstimmigkeiten. Ganz am Ende gab es jedoch für mich noch einen Knaller, der mich etwas mit dem langen Ende versöhnt hat. Für mich ein durchwachsener Roman, über den sich jeder selbst seine Meinung bilden sollte. Bei einem Nachfolgeroman würde ich nicht mehr zugreifen.