Ein richtig spannendes Buch

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casimir2403 Avatar

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Das Cover verspricht schon Spannung.
„Meeresdunkel“ beginnt wie ein klassischer Urlaubstraum – und verwandelt sich schnell in einen Albtraum, der unter die Haut geht. Zwei Familien, eine Finca auf Mallorca und eine unheilvolle Doppelbuchung: Was zunächst nach einer unangenehmen, aber lösbaren Situation klingt, entwickelt sich zunehmend zu einem psychologisch dichten Kammerspiel.

Till Raether versteht es hervorragend, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Die Spannung kommt dabei nicht mit großen Knalleffekten, sondern schleicht sich leise ein. Das marode Ferienhaus, das aufziehende Unwetter und die immer spürbareren Spannungen zwischen den Figuren erzeugen ein stetiges Gefühl von Unbehagen. Spätestens mit dem Fund einer Leiche kippt die Stimmung endgültig – und plötzlich scheint niemand mehr der zu sein, der er vorgibt zu sein.

Besonders gelungen ist die Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven, die nach und nach die Verflechtungen zwischen den Figuren offenlegt. Dabei stehen weniger klassische Thriller-Elemente im Vordergrund als vielmehr zwischenmenschliche Abgründe, Geheimnisse und Schuld. Genau das macht den Reiz des Buches aus, auch wenn man sich stellenweise etwas mehr Tempo oder klare Zuspitzung wünschen könnte.

Die Charaktere sind vielschichtig, aber nicht immer sympathisch – was jedoch gut zur düsteren Grundstimmung passt. Gerade diese Ambivalenz sorgt dafür, dass man als Leser immer wieder hinterfragt, wem man eigentlich trauen kann.

Fazit: „Meeresdunkel“ ist ein atmosphärisch dichter, eher ruhiger Psychothriller, der seine Stärke in der subtilen Spannung und den zwischenmenschlichen Konflikten hat. Wer actionreiche Hochspannung erwartet, könnte enttäuscht sein – wer jedoch ein beklemmendes, gut konstruiertes Drama mit Thriller-Elementen sucht, wird hier definitiv fündig.