Etwas stärker erwartet!

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„Meeresdunkel“ ist ein Buch, dass mit einem ansprechenden Cover sowie mit einem dazu stimmigen Buchschnitt ins Auge sticht. Der Thriller startet mit einer vielversprechenden Ausgangslage: Zwei Familien reisen unabhängig voneinander in dieselbe Finca auf Mallorca und müssen nach einer Doppelbuchung notgedrungen zusammenwohnen. Die abgelegene Villa auf den Klippen, ein aufziehender Sturm und schließlich eine Leiche sorgen zunächst für eine atmosphärische und düstere Kulisse.

Besonders gelungen fand ich das Setting. Die in die Jahre gekommene Finca, die bedrohliche Stimmung und die vielen Geheimnisse zwischen den Figuren schaffen eine beklemmende Atmosphäre, die gut zum Titel passt. Auch der flüssige Schreibstil macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Trotz der vielen Perspektiven gelingt es dem Autor, die Familienkonstellationen und Konflikte verständlich darzustellen.

Allerdings konnte das Buch meine Erwartungen an einen Thriller nicht vollständig erfüllen. Über weite Strecken steht eher das Familiendrama im Vordergrund, während die Spannung immer wieder nachlässt. Die erwachsenen Figuren blieben für mich oft distanziert und schwer greifbar, sodass ich kaum eine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Deutlich interessanter fand ich die Kinderfiguren, die deutlich mehr Persönlichkeit zeigten.

Zum Ende hin werden viele Handlungsstränge zusammengeführt, was auf mich teilweise etwas überladen und durcheinander wirkte. Die Auflösung konnte mich dennoch nicht überzeugen.

Insgesamt ist „Meeresdunkel“ ein atmosphärischer Spannungsroman mit einer starken Grundidee und düsterem Setting. Wer spannende Familiendramen mit Krimielementen mag, dürfte hier gut unterhalten werden. Als Thriller blieb das Buch für mich jedoch hinter den Erwartungen zurück.