Ich hatte mir mehr davon versprochen

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tigerbea Avatar

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Eine einsame Finca am Ende einer Bucht auf Mallorca. Zwei Familien reisen gleichzeitig an. Offenbar liegt eine Doppelbuchung vor. Zum einen hat Henrike die Finca als Überraschung für Ehemann Hans gebucht und zieht mit den Zwillingen Finn und Esme sowie ihrem Bruder Freddy ein. Hans hat stark etwas gegen Mallorca - und die Finca. Zum anderen ziehen Samuel und seine Frau Marie mit Sohn Juri und dessen Puppe Hedwig ein. Juri ist das Haus nicht geheuer, er merkt, daß die Erwachsenen Angst haben. Dann wird eine Leiche aufgefunden....

"Meeresdunkel" von Till Raether verspricht viel und hält dies Versprechen leider nicht. Schon der Schreibstil konnte mich nicht begeistern. Alles bleibt distanziert, man kommt nur schwerlich in die Handlung. Dazu wirken die Sätze abgehackt. Es kam weder ein Gefühl für die Atmosphäre, noch für die Charaktere auf. Marie, die ständig für ihren dubiosen Chef erreichbar sein soll, Freddy der ständig seinen Vater sieht - sie blieben alle blaß. Dazu noch der 8jährige Juri, der sich gibt wie ein Erwachsener aber gleichzeitig von seiner Puppe Hedwig untrennbar ist und so tut, als ob sie lebendig wäre. Und die Eltern machen dabei als Gipfel auch noch mit. Einzig interessanter Charakter war Hans. Ich habe mich ständig gefragt, was er gegen Mallorca hat. Die Handlung hätte wirklich spannend sein können, wenn einiges besser umgesetzt worden wäre. So besteht der Spannungsbogen aus Höhen und Tiefen. Mal kommt man für ein paar Seiten nicht mehr vom Buch los, weil wirklich mal etwas passiert, dann plätschert die Handlung wieder nur so vor sich hin. Dieses Buch läßt mich leider etwas zwiespältig zurück. Die Idee ist klasse, aber bei der Umsetzung ist noch deutlich Luft nach oben.