langsame Eskalation
Der Thriller vermittelt schon von Beginn an eine düstere, unheilvolle Atmosphäre, sodass man als Leser*in angespannt ist und in Erwartung, dass jeden Moment etwas passieren wird. Zuerst werden die beiden Familien eingeführt, die völlig unterschiedlich sind, aber mit dem gleichen Reiseziel und dann auch noch in der gleichen Finca landen. Die renovierungsbedürftige Finca strahlt etwas Mystisches aus und schon bald bröckelt nicht nur die Fassade der Villa, sondern auch die Fassaden der einzelnen Charaktere. Als sich dann auch noch die Wetterbedingungen verschlechtern, eskaliert die Situation in der Finca ebenfalls. Mit der Zeit wird immer klarer, dass es kein Zufall war, warum genau diese beiden Familien hier gleichzeitig gelandet sind. Die Situationen werden psychologisch sehr gut aufgebaut, strategisch vorbereitet und die Spannung immer weiter gesteigert, bis die Szenen eskalieren. Dies finde ich sehr gelungen und spannend und vor allem in Kombination mit der düsteren Atmosphäre und der Hintergrundgeschichte äußerst interessant. Auch wenn zu Beginn noch nicht so viel passiert, so wartet man schon darauf, weil man es vermutet. Durch die Abgeschiedenheit müssen sich die zwei Familien mit ihrer Situation und mit sich selbst auseinandersetzen, es gibt kein Entkommen und auch kaum Rückzugsmöglichkeiten. Für mich bleibt es spannend bis zum Schluss.