Viele Fragen

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bookworld91 Avatar

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Ein Ferienhaus auf Mallorca. Zwei mehr oder weniger zerrüttete Hamburger Familien, die wegen einer Doppelbuchung aufeinander treffen. Und düstere Geheimnisse rund um das Haus. Das ist die Ausgangslage in Meeresdunkel.

Zwei Hamburger Familien starten in den Urlaub. Einerseits ist da Samuel mit Marie und Sohn Jury , auf der anderen Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge Esmé und Finn. Aufgrund einer Doppelbuchung arrangiert man sich miteinander- doch das Haus hat düstere Geheimnisse…

Till Raether möchte mit seinen Buch einen packenden Thriller abliefern. Der Start ähnelt meiner Meinung nach allerdings mehr einen Roman: ruhig und ein wenig geheimnisvoll werden Situation und Charaktere eingeführt. Jeder birgt seine eigene Geschichte (was macht Samuels Firma? Was hat der Vater von Freddy und Henrike getan?) doch man muss zwischen den Zeilen lesen, um mögliche Gefahren zu erkennen.

Nach und nach gewinnt der Krimi an Spannung. Die düstere Szenerie auf Mallorca, Stromausfall, mysteriöse Vorfälle und ein Todesfall sorgen für Nervenkitzel und Neugierde.

Durch die Rückblicke kommen bei mir zusätzliche Fragen auf. Wer ist Hank? Und wofür steht Effi? Der Spannungsbogen mag zwar durch die zusätzlichen Fragen erhöht werden, aber zugleich ziehen sich die Rückblicke wie ein Kaugummi, was den Lesefluss stört.

Schließlich sind da die Charaktere. Um es kurz zu machen: bei mir entsteht der Eindruck, als würden zu viele Menschen versuchen, ihre Version zu erzählen. Dabei bleiben mir die Charaktere fremd und ich kann sie nicht einordnen. Das passt zu den vielen Ungereimtheiten und offenen Fragen. So wirkt der Roman auf mich weniger wie ein Thriller, sondern mehr als Familiendrama in verschiedenen Akten. Das ist für mich zwar lesenswert , aber nun mal kein Thriller. Ich gebe, vor allem wegen der Sprache und der Spannung, 4 Sterne.