Wenn die Vergangenheit an Mallorcas Klippen zuschlägt
„Meeresdunkel“ ist kein klassischer Thriller, der mit permanenter Action punktet. Vielmehr lebt das Buch von seiner brillanten psychologischen Konstruktion und der Frage: Wer sind diese Menschen wirklich?
Die erste Hälfte liest sich eher wie ein scharf beobachteter Gesellschaftsroman. Wer eine gruselige Atmosphäre von der ersten Seite an erwartet, braucht etwas Geduld. Doch der Twist in der Mitte überzeugt mich. Die Auflösung im letzten Drittel ist extrem verschachtelt und liefert Informationen in so rascher Abfolge, dass man als Leser hellwach bleiben muss, um das Netz aus Lügen und alten Schulden zu entwirren. Besonders die Rückblicke in das Jahr 1995 zu Effi und Henk verleihen der Geschichte eine berührende Tiefe und halten die Neugier hoch.
Während die Erwachsenen oft hilflos und mit ihrem eigenen Ballast beschäftigt sind, stehlen die Kinder die Show. Die 14-jährigen Zwillinge Esmé und Finn sowie der altkluge 8-jährige Yuri (mit seiner Puppe Hedwig) beweisen mehr Scharfsinn und Handlungssicherheit als ihre Eltern. Ihr sarkastischer Blick auf die Situation sorgt für eine Prise von Raethers speziellem Humor, der die Düsternis immer wieder auflockert.
Der Stil ist knapp, manchmal fast abgehackt, was die angespannte Stimmung unterstreicht. Einzig die Sprachmischung (Denglisch) der Teenager und die sehr erwachsene Ausdrucksweise des kleinen Yuri könnten für manche Leser gewöhnungsbedürftig sein.
Ein psychologisch raffiniert gestrickter Thriller, der durch sein Setting und seine tiefgründigen Figurenzeichnungen überzeugt. Trotz kleinerer Schwächen in der Zuordnung der vielen Charaktere am Anfang ist „Meeresdunkel“ ein packendes Leseerlebnis, das lange nachhallt. Wer intelligente Spannung abseits des Mainstreams sucht, wird hier fündig.
Die erste Hälfte liest sich eher wie ein scharf beobachteter Gesellschaftsroman. Wer eine gruselige Atmosphäre von der ersten Seite an erwartet, braucht etwas Geduld. Doch der Twist in der Mitte überzeugt mich. Die Auflösung im letzten Drittel ist extrem verschachtelt und liefert Informationen in so rascher Abfolge, dass man als Leser hellwach bleiben muss, um das Netz aus Lügen und alten Schulden zu entwirren. Besonders die Rückblicke in das Jahr 1995 zu Effi und Henk verleihen der Geschichte eine berührende Tiefe und halten die Neugier hoch.
Während die Erwachsenen oft hilflos und mit ihrem eigenen Ballast beschäftigt sind, stehlen die Kinder die Show. Die 14-jährigen Zwillinge Esmé und Finn sowie der altkluge 8-jährige Yuri (mit seiner Puppe Hedwig) beweisen mehr Scharfsinn und Handlungssicherheit als ihre Eltern. Ihr sarkastischer Blick auf die Situation sorgt für eine Prise von Raethers speziellem Humor, der die Düsternis immer wieder auflockert.
Der Stil ist knapp, manchmal fast abgehackt, was die angespannte Stimmung unterstreicht. Einzig die Sprachmischung (Denglisch) der Teenager und die sehr erwachsene Ausdrucksweise des kleinen Yuri könnten für manche Leser gewöhnungsbedürftig sein.
Ein psychologisch raffiniert gestrickter Thriller, der durch sein Setting und seine tiefgründigen Figurenzeichnungen überzeugt. Trotz kleinerer Schwächen in der Zuordnung der vielen Charaktere am Anfang ist „Meeresdunkel“ ein packendes Leseerlebnis, das lange nachhallt. Wer intelligente Spannung abseits des Mainstreams sucht, wird hier fündig.