Zu viel Ruhe vor dem Sturm
Worum geht’s?
Ein letzter Urlaub in einer alten Villa auf den Klippen, bevor das Haus grundsaniert wird. Günstig, in bester Lage. Das ist das Angebot, das Henrike als Überraschungsurlaub für sich und ihre Familie annimmt. Doch nicht nur ihre Familie möchte in der Woche Urlaub machen – es gab eine Doppelbuchung. Zufall?
Meine Meinung:
Von Till Raether habe ich schon so viel gehört und mit seinem Thriller „Meeresdunkel“ nun auch endlich das erste Buch von ihm gelesen. Und ja, der Schreibstil und die Atmosphäre, die der Autor zwischen den Zeilen aufleben lässt, sprechen absolut für ihn. Man merkt schnell: Hier geht es nicht um laute Schockmomente, sondern um dieses leise, unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Auch wenn das Buch für einen Thriller doch eher ruhig ist.
Wir begleiten zwei Familien und lesen aus unterschiedlichen Perspektiven. Henrike, die ihre Ehe retten möchte. Marie, die eine Auszeit von der Arbeit braucht. Und dann ist da Juri – erst acht Jahre alt, aber mit einer Wahrnehmung, die viel älter wirkt. Seine Puppe Hedwig hatte für mich dabei etwas durchgehend Unheimliches. Nichts Offensichtliches, aber genau dieses leise Gruseln, das sich immer wieder einschleicht.
Aber zur Story an sich: Hier muss ich leider sagen, dass sich alles sehr langsam aufgebaut hat. Sehr langsam. Bis dann überhaupt der erste Tote auftaucht, vergeht gefühlt eine Ewigkeit. Fast könnte man sagen, ¾ des Buches lesen sich eher wie ein Roman über Familien, Beziehungen und ihre Risse – weniger wie ein Thriller.
Verwirrt hat mich der Rückblick in die Vergangenheit, der plötzlich etwa zur Hälfte auftaucht. Der kam für mich wirklich aus dem Nichts und hat mich eher rausgebracht, als dass er Spannung aufgebaut hätte. Spannend wurde es dann tatsächlich erst auf den letzten Seiten. Da zieht das Tempo endlich an und man merkt, welches Potenzial in der Geschichte steckt. Die Auflösung selbst konnte ich nicht vorhersehen – sie ist komplex, durchdacht und definitiv gut gemacht. Genau da zeigt sich, was das Buch eigentlich hätte sein können. Und genau deshalb ist es ein bisschen schade: Die alten Männer, Lore und die entscheidenden Einblicke vom Ende hätten für mich viel früher ins Buch gehört. Hätte man diese Fäden früher aufgenommen, hätte sich die Spannung ganz anders entwickeln können. So bleibt vieles lange im Hintergrund, obwohl genau dort der eigentliche Nervenkitzel liegt.
Dennoch: Der atmosphärische Schreibstil hat mich wirklich überzeugt. Diese dichte, leicht düstere Stimmung trägt einen durch die ruhigeren Passagen – auch wenn ich mir insgesamt deutlich mehr Tempo und früher einsetzende Spannung gewünscht hätte. Und ja… ich möchte trotzdem unbedingt mehr von ihm lesen.
Fazit:
„Meeresdunkel“ von Till Raether ist ein atmosphärisch starker, aber sehr ruhiger Thriller, der sich viel Zeit lässt – vielleicht zu viel. Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihre dichte Stimmung und eine überraschend komplexe Auflösung, verliert aber durch den späten Spannungsaufbau an Wirkung. Mit etwas mehr Tempo und früher gesetzten Wendepunkten wäre hier deutlich mehr drin gewesen.
Gute 3 Sterne für viel Atmosphäre und ein leider nicht ganz ausgeschöpftes Potenzial.
Ein letzter Urlaub in einer alten Villa auf den Klippen, bevor das Haus grundsaniert wird. Günstig, in bester Lage. Das ist das Angebot, das Henrike als Überraschungsurlaub für sich und ihre Familie annimmt. Doch nicht nur ihre Familie möchte in der Woche Urlaub machen – es gab eine Doppelbuchung. Zufall?
Meine Meinung:
Von Till Raether habe ich schon so viel gehört und mit seinem Thriller „Meeresdunkel“ nun auch endlich das erste Buch von ihm gelesen. Und ja, der Schreibstil und die Atmosphäre, die der Autor zwischen den Zeilen aufleben lässt, sprechen absolut für ihn. Man merkt schnell: Hier geht es nicht um laute Schockmomente, sondern um dieses leise, unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Auch wenn das Buch für einen Thriller doch eher ruhig ist.
Wir begleiten zwei Familien und lesen aus unterschiedlichen Perspektiven. Henrike, die ihre Ehe retten möchte. Marie, die eine Auszeit von der Arbeit braucht. Und dann ist da Juri – erst acht Jahre alt, aber mit einer Wahrnehmung, die viel älter wirkt. Seine Puppe Hedwig hatte für mich dabei etwas durchgehend Unheimliches. Nichts Offensichtliches, aber genau dieses leise Gruseln, das sich immer wieder einschleicht.
Aber zur Story an sich: Hier muss ich leider sagen, dass sich alles sehr langsam aufgebaut hat. Sehr langsam. Bis dann überhaupt der erste Tote auftaucht, vergeht gefühlt eine Ewigkeit. Fast könnte man sagen, ¾ des Buches lesen sich eher wie ein Roman über Familien, Beziehungen und ihre Risse – weniger wie ein Thriller.
Verwirrt hat mich der Rückblick in die Vergangenheit, der plötzlich etwa zur Hälfte auftaucht. Der kam für mich wirklich aus dem Nichts und hat mich eher rausgebracht, als dass er Spannung aufgebaut hätte. Spannend wurde es dann tatsächlich erst auf den letzten Seiten. Da zieht das Tempo endlich an und man merkt, welches Potenzial in der Geschichte steckt. Die Auflösung selbst konnte ich nicht vorhersehen – sie ist komplex, durchdacht und definitiv gut gemacht. Genau da zeigt sich, was das Buch eigentlich hätte sein können. Und genau deshalb ist es ein bisschen schade: Die alten Männer, Lore und die entscheidenden Einblicke vom Ende hätten für mich viel früher ins Buch gehört. Hätte man diese Fäden früher aufgenommen, hätte sich die Spannung ganz anders entwickeln können. So bleibt vieles lange im Hintergrund, obwohl genau dort der eigentliche Nervenkitzel liegt.
Dennoch: Der atmosphärische Schreibstil hat mich wirklich überzeugt. Diese dichte, leicht düstere Stimmung trägt einen durch die ruhigeren Passagen – auch wenn ich mir insgesamt deutlich mehr Tempo und früher einsetzende Spannung gewünscht hätte. Und ja… ich möchte trotzdem unbedingt mehr von ihm lesen.
Fazit:
„Meeresdunkel“ von Till Raether ist ein atmosphärisch starker, aber sehr ruhiger Thriller, der sich viel Zeit lässt – vielleicht zu viel. Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihre dichte Stimmung und eine überraschend komplexe Auflösung, verliert aber durch den späten Spannungsaufbau an Wirkung. Mit etwas mehr Tempo und früher gesetzten Wendepunkten wäre hier deutlich mehr drin gewesen.
Gute 3 Sterne für viel Atmosphäre und ein leider nicht ganz ausgeschöpftes Potenzial.