Zwischen Urlaubsparadies und Abgrund

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
dana2505 Avatar

Von

Zwischen Urlaubsparadies und Abgrund

Schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass Rico keine typische Ermittlerfigur ist. Ein ehemaliger SEK-Mann, der Berlin hinter sich gelassen hat, inzwischen als Sicherheitschef eines Luxusresorts in Costa Rica arbeitet und seinem ehemaligen Sixpack offenbar keine Träne nachweint – das war mir auf Anhieb sympathisch.

Überhaupt gefällt mir der Humor der Geschichte. Ricos alte SEK-Jacke, seine Badehose in Nationalfarben und die Entstehung seines Spitznamens haben mich mehrmals grinsen lassen. Gleichzeitig hat man aber nie das Gefühl, eine reine Komödie zu lesen. Unter der Leichtigkeit liegt von Anfang an etwas Bedrohliches.

Besonders neugierig hat mich die junge rothaarige Frau am Meer gemacht. Rico beobachtet sie und spürt sofort, dass etwas nicht stimmt. Man weiß noch nicht, wer sie ist und wovor sie möglicherweise davonläuft, aber genau dadurch entsteht schon auf den ersten Seiten Spannung.

Auch Rico selbst gibt einige Rätsel auf. Es wird angedeutet, dass in Berlin etwas mit seiner Familie passiert ist und er einen Teil seines alten Lebens dort zurückgelassen hat. Ich möchte unbedingt erfahren, was geschehen ist und warum aus einem SEK-Mann der Sicherheitschef eines Luxusresorts in Costa Rica wurde.

Das Setting gefällt mir ebenfalls richtig gut. Einerseits Meer, Hitze und scheinbares Urlaubsparadies, andererseits Armut, Drogen, Waffen und Gewalt. Dieser Gegensatz sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre.

Die Leseprobe hat mich vor allem deshalb überzeugt, weil sie anders ist, als ich erwartet hatte. Spannend und düster, aber gleichzeitig mit einem ziemlich trockenen Humor und einer Hauptfigur, die Ecken und Kanten hat. Ich möchte unbedingt wissen, was es mit der Frau am Meer auf sich hat – und was Rico diesmal dazu bringt, seine alten Fähigkeiten wieder hervorzuholen.