Gelungener Start einer vielversprechenden Krimi-Reihe

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dana09 Avatar

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Der Leser merkt schnell, dass dieser Roman nicht die touristenmäßige Seite Costa Ricas zeigt. Nicht die paradiesische Idylle, die traumhaften Badebuchten mit ihrer Brandung stehen im Vordergrund. Nein – das mittelamerikanische Urlaubseldorado zeigt seine Schattenseiten. Vor der Küste schneiden Mitglieder eines verbrecherischen Syndikats Haien bei lebendigem Leib die Flossen ab. Finning-Business nennt sich dieses grausame bestialische Gemetzel mit dem in asiatischen Ländern viel Geld verdient wird. Ein Schauplatz voller Brutalität und Gewalt vor paradiesischer Kulisse.
Als am Strand die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden wird, ist das Können von Ex-Kriminalkommissar Richard Graber vom SEK Berlin gefragt. Der hat nach einer Familienkatastrophe sein altes Leben hinter sich gelassen und arbeitet heute als Sicherheitschef in einem Luxusressort. Das gehört seinem österreichischen Spezl Maximilian Prachel. Die Freunde sind Partynächten, Koks und schönen Frauen gegenüber nicht abgeneigt. Richard Graber gibt es nicht mehr – als Costa Rico beginnt der unkonventionelle, kantige Ermittler sein neues Leben. Dabei begleitet ihn sein immer grinsendes Faultier Fred Feuerstein. Nicht allein dieser Umstand macht Costa Rico so sympathisch und menschlich.
Christoph Kastenbauer hat mit „Meertotfrau“ einen düsteren, teils brutalen aber auch skurrilen Krimi geschrieben. Die gut ausgearbeiteten Charaktere wirken tiefgründig und werden durch detaillierte Beschreibungen zum Leben erweckt. Auch die Handlungsorte und Gegebenheiten kann sich durch bildhafte Erklärungen gut vorstellen. Darüber hinaus bekommt man einen Einblick in gesellschaftliche und wirtschaftliche Verhältnisse.
Der Schreibstil gefällt mir gut und ist, auch wegen der richtigen Länge der einzelnen Kapitel, angenehm und flüssig zu lesen. Die Spannung wird langsam aufgebaut, gehalten und durch unerwartete Wendungen gesteigert. Mir hat gut gefallen, wie Geheimnisse und Vorkommnisse aus der Vergangenheit in den Handlungsverlauf eingewebt werden. Beim Lesen erhält man nach und nach immer mehr Einzelteile, die sich am Ende zu einem Puzzle zusammenfügen. Die Auflösung ist stimmig und überraschend.
Auf die kommenden Bände der Costa Rico-Reihe Reihe bin ich gespannt und werde den Ermittler und sein Faultier Fred Feuerstein auch bei den Ermittlungen in den neuen Fällen begleiten.
Diesen atmosphärischen Krimi empfehle ich allen Freunden von „etwas anderen“ Ermittlern und Handlungsorten.