Spannendes Setting mit gewöhnungsbedürftigem Tonfall
Mit seinem Kriminalroman „Meertotfrau“ entführt Christoph Kastenbauer die Leser in das exotische Setting von Costa Rica. Die Grundidee des Falls ist durchaus solide konstruiert und die Urlaubsatmosphäre wird im Laufe der Geschichte sehr anschaulich und greifbar transportiert. Leider konnte mich das Buch trotz dieser vielversprechenden Ausgangslage nicht vollständig überzeugen, da mir der Schreibstil und die Ausgestaltung der Figuren im Weg standen.Ein zentraler Kritikpunkt ist für mich der Tonfall des Romans. Der Schreibstil ist an vielen Stellen extrem locker und für meinen Geschmack deutlich zu flapsig geraten. Dadurch ging in den eigentlich ernsten, dramatischen oder spannenden Momenten der Ermittlung leider oft die nötige Tiefe verloren. Auch der Hauptcharakter machte es mir schwer, in die Geschichte einzutauchen. Der Ermittler agierte durchweg sehr plump und wirkte auf mich unnahbar, sodass ich bis zum Schluss keine richtige Bindung zu ihm aufbauen oder mit ihm mitfiebern konnte. Durch diese Kombination aus gewöhnungsbedürftigem Ton und einer unnahbaren Hauptfigur zog sich die Handlung stellenweise etwas in die Länge und verlor an Dynamik.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Meertotfrau“ ein Krimi mit viel ungenutztem Potenzial ist. Wer über einen sehr lockeren Schreibstil hinwegsehen kann und vor allem eine Prise Urlaubsflair sucht, findet hier eine nette Lektüre für zwischendurch. Für mich bleibt es aufgrund der genannten Schwächen jedoch ein eher durchschnittliches Leseerlebnis, weshalb ich solide 3 von 5 Sternen vergebe.