Erwartungen leider nicht bestätigt
Das Cover von „Mehr Himmel, als gut für uns ist“ hat mir auf Anhieb gefallen und auch der Titel hat mich sofort neugierig gemacht. Diese ungewöhnliche Formulierung hat für mich etwas ganz Eigenes und gleichzeitig etwas Tiefsinniges. Erst nachdem ich die Geschichte gelesen habe, wurde mir bewusst, wie viel in diesen wenigen Worten steckt und wie passend sie letztlich für das Buch gewählt sind. Auch die Leseprobe hatte bei mir genau diese Neugier geweckt und mir das Gefühl vermittelt, dass mich eine Geschichte erwartet, in die ich mich gerne hineinlesen würde. Ich muss allerdings sagen, dass ich ein wenig enttäuscht war, als sich dieser Eindruck beim Weiterlesen nicht ganz bestätigt hat. Das liegt für mich vor allem daran, dass der Roman in zwei sehr unterschiedliche Teile aufgeteilt ist. Im ersten Teil steht Arthur mit seinem Leben, seinen Beziehungen und seiner Verbindung zu den Bergen im Mittelpunkt, während sich im zweiten Teil die Perspektive verändert und Johanna stärker in den Vordergrund rückt. Über ihre Sichtweise und Arthurs Aufzeichnungen wird ein anderer Abschnitt seiner Geschichte erzählt, der vor allem mit seiner Reise zum Mount Everest verbunden ist. Zwar gehören beide Teile zusammen, für mich haben sie sich beim Lesen aber nicht zu einer wirklich fließenden Geschichte verbunden. Der Wechsel hat mich immer wieder etwas aus dem Lesefluss gebracht und den Zusammenhang für mich nicht ganz greifbar gemacht. Dadurch war die Lektüre für mich letztlich weniger unterhaltsam, als ich es mir nach der Leseprobe erhofft hatte. Die Idee hinter dem Titel finde ich nach wie vor gelungen und kann sie nach dem Lesen auch gut nachvollziehen. Meine anfängliche Euphorie hat sich beim Lesen allerdings leider nicht ganz bestätigt.