Männliche Midlifecrisis

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tsubame Avatar

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Das Cover des Romans "Mehr Himmel als gut für uns ist" hat mir sehr gut gefallen. Man bekommt richtig Lust, auch mal wieder in die Berge zu fahren. Auch die Leseprobe konnte mich fesseln, startet diese doch direkt mit dem Unglück bei einer Bergwanderung sowie einer Haushaltsauflösung, die ich ebenfalls gerade hinter mir habe.

Damit war die Neugier auf das Buch geweckt, doch leider ging es im kompletten Mittelteil des Romans um die Midlifecrisis eines Mannes, der im Laufe der Jahre eine regelrechte Sucht auf das Bergsteigen entwickelt hat und der rückblickend ausführlich über sein Leben, seine Partnerinnen und weitere Themen reflektiert, von denen ich den Großteil bereits wieder vergessen habe. Ich fand die Gedanken des Protagonisten überwiegend langweilig und musste mich durch einen wahren Sumpf kämpfen, bis es ab Seite 130 endlich wieder bergauf ging.

Das nämlich ist der Punkt, an dem der Roman in einen tagebuchartigen Stil verfällt. Der war nicht nur gut lesbar, sondern auch thematisch interessant, ist der Held der Geschichte ab hier doch tatsächlich zum Gipfel des Mount Everest unterwegs. Man erfährt viel über diese ultimative Herausforderung und das größte Abenteuer im Bergsteigen, noch mehr aber über die damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen des Massentourismus. Denn es gibt die unterschiedlichsten Menschen (Anwälte, Ärzte, Manager, etc.), die bereit sind, große Geldsummen und das eigene Leben zu investieren, um sich ... ja, eigentlich was? ... zu erfüllen. Auf der anderen Seite erfährt man vom harten Leben der Sherpa, die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten müssen, diese lebensmüden und übersättigten Wohlstandsbürger zum Gipfel zu bringen.

Alles in allem war es für mich leider ein eher durchwachsenes Leseabenteuer.