Selbstreferentiell (oder: Meta-Meta-Meta...)

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Wäre ich Literaturkritikerin oder -wissenschaftlerin, müsste ich zum Rezensieren dieses Buches auch den ersten Roman der Autorin sowie "Der lebende Berg" lesen, sowie "Kreisky" und "Vienna Rest in Peace" hören. Immerhin kenne ich die Piefke-Saga, die genannten Shakespeare-Stücke und Hans Kammerlander.

Als Gewinnerin eines Rezensionsexemplares (vielen Dank an den Picus-Verlag - der Specht ist toll, viel besser als eine Eule - und "vorablesen.de") muss ich laut AGB eine Rezension verfassen, aber dabei auch auf Spoiler verzichten.

Daher verrate ich hier nicht, ob Protagonist Arthur - Landesbeamter und Schriftsteller - es auf den Mount Everest geschafft hat. Kritik an der mangelnden Entwicklung des Protagonisten ist schon in die Handlung eingebaut, kann man also schwer üben. So geht es nur oberflächlich um Übertourismus, sondern auch um Literaturbetrieb und Oberösterreichische Provinz.

Die Perspektive wechselt, und die Autorin kommt selbst im Roman vor, wie auch ihr vorheriges Buch und dessen Protagonistin. All das machte es für mich nicht weniger zäh. Arthurs Zynismus und Kalauer waren meist anstrengend, nur selten so schön wie bei dem Kommentar über die Hamburger Influencer im Basecamp:
"sie hatten nur Coelhos 'Der Alchimist' mitgenommen. Noch fassungsloser war ich, als sie mir am nächsten Tag 'Der lebende Berg' wieder zurückgaben, das sei ihnen hier zu anstrengend, sagten sie ohne einen Hauch von Scham. Mallory hat angeblich am Everest 'Hamlet' und 'King Lear' gelesen, was ich auch deswegen glauben möchte, weil die Verblendung gut zu unserem Tun hier passt."

Empfehlung für alle, denen Regional-Krimis zu wenig literarisch sind. Abzug gibt es für die klischeehaften "Autismus-Skurrilitäten".