Trotz verstehen statt dagegen ankämpfen

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Schon der Titel „Mein artgerecht Trotzbuch: Nein!“ hat mich direkt angesprochen, weil Trotzphasen wohl zu den herausforderndsten, aber auch ganz normalen Entwicklungsphasen bei Kleinkindern gehören. Das Cover wirkt auf mich liebevoll, kindgerecht und fröhlich und macht neugierig auf die Geschichte von Vincent und seiner Familie.

Der Schreibstil gefällt mir besonders, weil das Thema Trotz offenbar nicht belehrend, sondern anhand einer liebevollen Vorlesegeschichte vermittelt wird. Die Idee, einen ganzen Tag aus Vincents Sicht zu begleiten und dabei verschiedene typische Trotzsituationen zu erleben, finde ich sehr gelungen. Dadurch können sich Kinder und Eltern vermutlich gleichermaßen in den Situationen wiederfinden.

Besonders sympathisch finde ich die bisher vorgestellten Charaktere. Vincent erlebt einen Tag, an dem scheinbar alles schiefläuft, und reagiert entsprechend mit seinen großen Gefühlen. Seine Schwester Sophia und vor allem Mama Eichhorn machen dabei einen sehr liebevollen Eindruck. Statt Vincent für seinen Trotz zu bestrafen oder seine Gefühle abzutun, versucht Mama Eichhorn herauszufinden, welches Bedürfnis dahintersteckt. Genau diese Herangehensweise unterstütze ich als Kinderpsychologin sehr.

Von „Mein artgerecht Trotzbuch: Nein!“ erwarte ich eine kindgerechte Geschichte, die zeigt, dass hinter einem „Nein!“ oft etwas ganz anderes stecken kann – zum Beispiel Hunger, Müdigkeit, Langeweile oder Überforderung. Gleichzeitig hoffe ich auf hilfreiche und alltagstaugliche Tipps für Eltern, die sich direkt aus den Situationen der Geschichte ableiten lassen.

Ich würde das Buch sehr gerne weiterlesen und gemeinsam mit Kindern entdecken. Besonders schön finde ich die Verbindung aus einer unterhaltsamen Vorlesegeschichte und praktischen Anregungen für Eltern. Ich erwarte viele Situationen, bei denen man sich schmunzelnd wiedererkennt, aber auch den einen oder anderen Aha-Moment. Das Buch könnte dabei helfen, Trotz nicht nur als schwieriges Verhalten zu sehen, sondern als Ausdruck von Bedürfnissen und großen Gefühlen, die Kinder erst lernen müssen zu verstehen und auszudrücken.