Fein komponiert, atmosphärisch dicht – aber bewusst leise
Alena Schröder verbindet mehrere Zeitebenen mit großer Sorgfalt und feinem Gespür für Sprache. Die Passagen im Nachkriegsdeutschland sind eindringlich, körperlich spürbar und von stiller Härte, während der Gegenwartsstrang um Hannah leise, beobachtend und psychologisch präzise erzählt ist. Nicht jede Szene entfaltet sofort Zugkraft, manches wirkt bewusst entschleunigt – doch gerade diese Zurückhaltung verleiht dem Text Tiefe. Ein kluger, atmosphärischer Roman, der Geduld verlangt, sie aber belohnt.