Berührend!

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leseekki Avatar

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In „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ erzählt Alena Schröder die berührenden Geschichten zweier Frauen in ganz unterschiedlichen Zeiten und Lebensumständen. Während der Lektüre hatte ich eigentlich immer wieder darauf gewartet und gehofft, dass sich zum Ende eine größere Verbundenheit herauskristallisieren würde, aber es ist vielmehr eine Art Staffelstabübergabe, und so erleben wir vielmehr parallel zwei Geschichten im Damals und Jetzt, deren Bindeglied eher die allgemeine Bedeutung von Familie, Selbstständigkeit und persönlichem Freiheitsraum ist.
Doch beide Geschichten vermögen zu berühren, sind spannend und unterhaltsam, die eine geprägt von Leidenschaft, Pflichtbewusstsein, Schuld und Verantwortungsgefühl, die andere als Zeugnis unserer Zeit eher vorangetrieben durch Sinnsuche und die Frage, wer man eigentlich ist und was persönliche Freiheit bedeutet.
Die zwei Erzählungen haben mir gut gefallen, die Charaktere werden nahbar geschildert, die Sprache fließt und trägt durch die Seiten. Leiser Humor punktet genauso sehr wie tiefe Gefühle.
Das Cover hat mir vor der Lektüre eigentlich gut gefallen, im Nachhinein empfinde ich es leider eher als unpassend. Es ist zu clean und hell, zu frisch und harmlos, um die Leinwand ihres Lebens tatsächlich darstellen zu können ...

Ein schönes Leseerlebnis. Viereinhalb Sterne.