Berührende Erzählung

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remul Avatar

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Habe auch die beiden Vorgängerromane der Autorin gelesen, in denen zum Teil die gleichen Protagonisten im Fokus waren. Letzten Endes hat mich das mehr verwirrt und ich habe die beiden anderen Werke nochmal quergelesen, um mir die Lebensstränge von Oma Evelyn, Tochter Silvia und Enkelin Hannah wieder in Erinnerung zu rufen. Auch dieser Roman spielt wieder in mehreren Zeitebenen. 1945 im Osten Deutschlands wird Marlen, deren Mutter und Bruder auf der Flucht ertrunken sind, von der Malerin Wilma aufgenommen und später adoptiert. Marlen entdeckt im Laufe der Jahre in denen sie bei Wilma lebt, ihr Talent zum Malen. Eine kleine Leinwand, die sie ihr Eigen nennt, dient dazu, ihre je nach aktueller Lebenssituation unterschiedlichen Emotionen zu verarbeiten, und wird immer wieder neu übermalt. In der Gegenwart lernen wir Hannah näher kennen, deren Oma und Mutter mittlerweile verstorben sind und deren Vater, den sie nie kennengelernt hat plötzlich bei ihr auftaucht. Im Epilog werden dann die beiden Handlungsstränge zusammengeführt. Der etwas sperrige Buchtitel bezieht sich wohl eher auf das Leben der Malerin Marlen, die Verbindung von Hannah zu diesem Gemälde spielt keine große Rolle.
Alena Schröder hat einen ruhigen unaufgeregten Schreibstil mit humorvollen Einlagen und schafft es einen emotional in die verschiedenen Lebenssituationen einzubinden. Die Figuren sind glaubhaft beschrieben, obwohl ich mir Hannah ein bisschen durchsetzungsfähiger gewünscht hätte.