Etwas schwächerer Abschluss einer interessanten Familiengeschichte

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Dieses Buch schließt als dritter Teil die Familiengeschichte ab, die mit "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" begonnen hat und mit "Bei euch ist es immer so unheimlich still" fortgeführt wurde. Im ersten Buch standen die Geschichten der Enkelin Hannah in der Gegenwart und die ihrer Großmutter Evelyn als junges Mädchen zur Zeit des zweiten Weltkrieges im Vordergrund, während es im zweiten Teil stärker um die Mutter Silvia und ihr Leben ging.

Hier im dritten Teil geht es nun wieder um Hannah, die damit zurecht kommen muss, erst einmal ohne Familie in der Welt zu sein, nachdem sowohl Mutter als auch Großmutter gestorben sind. Hannah ist nun 34 Jahre alt und auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, als sich auf einmal ihr bis dahin unbekannter Vater bei ihr meldet. Von den weiteren Geschehnissen in Hannahs Leben handelt hier also ein Erzählstrang.

Auch dieses Buch hat einen zweiten Erzählstrang, und wieder werden beide abwechselnd erzählt. Für diesen werden einige neue Figuren eingeführt: im Zentrum steht das Waisenmädchen Marlen, das ihre Familie durch die Suizide in Demmin nach Kriegsende verloren hat, bei einer Künstlerin unterkommt, von und mit ihr lernt. Mit Marlen erleben wir die Nachkriegsjahre und den Beginn der DDR mit, samt allen Hoffnungen in den jungen, neuen Staat, aber auch die Repressionen werden sichtbar.

Insgesamt liest sich das Buch durchaus interessant, auch wenn es mich etwas weniger gefesselt hatte als die beiden Vorgängerteile. Insbesondere die Hannah-Teile hatten für mich so einige Längen. Ich empfehle jedenfalls, die beiden Vorgängerteile für der Lektüre dieses Buches zu lesen, da man vieles sicherlich dann besser einordnen kann. Es ist ein unterhaltsames und gut geschriebenes Buch, das einen stimmigen Abschluss einer interessanten Familiengeschichte darstellt und das ich gerne gelesen habe.