Farben der Erinnerung
Ihren 14. Geburtstag verbringt Marlen in der Schublade einer Kommode in einem alten Forsthaus in Güstrow, in die sie Wilma aus Angst vor den vorrückenden Russen im Mai 1945 versteckt hatte. Dort kauernd entdeckt sie eine Unebenheit, an der sie aus Nervosität ständig herumkratzt. Als sie sich nach Stunden befreit stellt sie fest, es war ein kleines Bild, das nun leicht beschädigt ist und das sie später einmal reparieren will. Unten im Forsthaus entdeckt sie die bewusstlose Wilma. Sie bringt sie zurück ins Leben und beide beschließen, zusammen zu bleiben. Jahre später wird Marlen für die Malerin Wilma unentbehrlich. Sie erweist sich als sehr begabt und kann ihr helfen, ihr auftretendes Handicap geschickt zu verbergen. Nun ist Wilma von Marlen abhängig, doch diese hat sich verliebt und hat eigene Pläne …
2023 lebt die 34jährige Hannah in Berlin in einer Lebensgemeinschaft mit ihrer Freundin Rubi. Als diese plötzlich schwanger ist und mit dem Vater des Kindes aufs Land zieht, gerät Hannahs Leben durcheinander. Die Lücke wird zunächst durch Justus, den Neffen einer Arbeitskollegin, gefüllt, der dringend eine Bleibe braucht. Als sich dann noch plötzlich Hannahs leiblicher Vater meldet, von dem sie bisher vollständig ignoriert wurde, ist sie vollkommen verwirrt. Soll sie wirklich ihren Vater und seine neue Familie kennen lernen? …
Vorwort und Epilog des Buches handeln 1990 in Berlin und gehen nahtlos ineinander über.
Alena Schröder, geb. 1979, ist eine deutsche Journalistin und Schriftstellerin. Nach ihrem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego arbeitete sie einige Jahre in der >Brigitte<-Redaktion. Heute ist sie freie Kolumnistin und lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Berlin. „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ (2026) ist der Abschluss ihrer Familien-Trilogie, die in den 1920er Jahren beginnt, bis in die Gegenwart reicht, vier Generationen umfasst und autobiografische Anteile aufweist.
Es war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Es gibt hier zwei Erzählebenen, die nur lose zusammenhängen. Eine Verbindung der beiden Frauenschicksale erschloss sich mir erst nach dem Lesen des Vorworts und des Epilogs. Vermutlich hätte ich die Geschichte besser verstanden, wenn ich die beiden vorausgegangenen Bücher zuerst gelesen hätte. Dennoch habe ich es sehr gerne gelesen und war begeistert. Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr ansprechend und die Art und Weise, über zwei verschiedene Frauenschicksale zu verschiedenen Zeiten abwechselnd zu berichten, gut gelungen. Die Stärke der Frauen und ihre gleichzeitige Verletzlichkeit sind gut herausgearbeitet, berühren tief und stimmen nachdenklich, ihre Suche nach Familienzugehörigkeit ist überzeugend und plausibel geschildert.
Fazit: Guter einfühlsamer Schreibstil und interessante Schicksale ergeben einen wunderbaren Roman. Dennoch würde ich empfehlen, zum besseren Verständnis die beiden vorausgegangenen Bücher zuerst zu lesen.
2023 lebt die 34jährige Hannah in Berlin in einer Lebensgemeinschaft mit ihrer Freundin Rubi. Als diese plötzlich schwanger ist und mit dem Vater des Kindes aufs Land zieht, gerät Hannahs Leben durcheinander. Die Lücke wird zunächst durch Justus, den Neffen einer Arbeitskollegin, gefüllt, der dringend eine Bleibe braucht. Als sich dann noch plötzlich Hannahs leiblicher Vater meldet, von dem sie bisher vollständig ignoriert wurde, ist sie vollkommen verwirrt. Soll sie wirklich ihren Vater und seine neue Familie kennen lernen? …
Vorwort und Epilog des Buches handeln 1990 in Berlin und gehen nahtlos ineinander über.
Alena Schröder, geb. 1979, ist eine deutsche Journalistin und Schriftstellerin. Nach ihrem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego arbeitete sie einige Jahre in der >Brigitte<-Redaktion. Heute ist sie freie Kolumnistin und lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Berlin. „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ (2026) ist der Abschluss ihrer Familien-Trilogie, die in den 1920er Jahren beginnt, bis in die Gegenwart reicht, vier Generationen umfasst und autobiografische Anteile aufweist.
Es war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Es gibt hier zwei Erzählebenen, die nur lose zusammenhängen. Eine Verbindung der beiden Frauenschicksale erschloss sich mir erst nach dem Lesen des Vorworts und des Epilogs. Vermutlich hätte ich die Geschichte besser verstanden, wenn ich die beiden vorausgegangenen Bücher zuerst gelesen hätte. Dennoch habe ich es sehr gerne gelesen und war begeistert. Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr ansprechend und die Art und Weise, über zwei verschiedene Frauenschicksale zu verschiedenen Zeiten abwechselnd zu berichten, gut gelungen. Die Stärke der Frauen und ihre gleichzeitige Verletzlichkeit sind gut herausgearbeitet, berühren tief und stimmen nachdenklich, ihre Suche nach Familienzugehörigkeit ist überzeugend und plausibel geschildert.
Fazit: Guter einfühlsamer Schreibstil und interessante Schicksale ergeben einen wunderbaren Roman. Dennoch würde ich empfehlen, zum besseren Verständnis die beiden vorausgegangenen Bücher zuerst zu lesen.