Fesselnde Geschichte zweier starker Frauen - mit kleinen Schwächen

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esbirgit Avatar

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Es ist das inzwischen dritte Buch, das ich von Alena Schröder lese - und wieder einmal hat sie mich mit ihrer klaren Sprache und ihren präzisen Beobachtungen begeistert. “Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel” liest sich leicht - und das trotz des nicht immer einfachen Lebens, das die Autorin ihre beiden Hauptprotagonistinnen führen lässt: Hannah und Marlen sind zwei Frauen, deren Geschichten Jahrzehnte trennen. Und die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Dass natürlich doch eine Verbindung - und sei es auch nur eine ganze feine - zwischen ihnen besteht, wird im Romanverlauf immer deutlicher. Es geht um ein Gemälde, das bereits im Vorgängerbuch (“Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid”) eine Rolle gespielt hat.


Auch wenn “Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel” als eigene starke Geschichte funktioniert, bezieht sich Alena Schröder immer wieder auf Inhalte und Personen ihrer Vorgängerbücher. Für mich persönlich war das an manchen Stellen etwas zu viel und dadurch verwirrend. Ein wenig enttäuschend fand ich zudem einige der Nebencharaktere, die auf mich teils zu blass und schablonenhaft wirkten. Dennoch: große Leseempfehlung - für eine Geschichte, die nachklingt!