Gelungener Abschluss einer grandiosen Trilogie!
Da ich die ersten beiden Bände der Familientrilogie, „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ und „Bei euch ist es immer so unheimlich still“, regelrecht verschlungen habe, war ich voller Vorfreude auf den dritten Band – und bin begeistert!
Der dritte Teil spielt auf zwei Zeitebenen. Die erste beginnt 1945 mit Kriegsende, als sich die 14-jährige Waise Marlen in einem Forsthaus in Güstrow in einer alten Kommode vor den Russen versteckt und dort ein Ölbild entdeckt, das sie an sich nimmt. Als Leser:in begleitet man Marlen durch die folgenden Jahre.
Die zweite Zeitebene spielt im Jahr 2023, sieben Jahre nach dem Ende des ersten Bandes. Hannah ist nun 34 Jahre alt und lebt mit ihrer besten Freundin Rubi in einer WG. Diese ist jedoch schwanger und zieht mit ihrem Freund in eine Kommune nach Brandenburg, und Hannah vermietet das freie Zimmer etwas unüberlegt an Justus, den Neffen einer Arbeitskollegin. Aus heiterem Himmel taucht außerdem plötzlich ihr leiblicher Vater auf, der bisher lediglich durch Abwesenheit glänzte, und bemüht sich um sie. Hannah ist überfordert. Warum hat er sich früher nie bei ihr gemeldet? Und welche Rolle spielten ihre Mutter Sylvia und ihre Großmutter Evelyn dabei?
Alena Schröder schreibt wieder so lebendig, abwechslungsreich und unterhaltsam, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Besonders liebe ich ihre herrlich pointierten und manchmal leicht überzeichneten Charaktere in den Nebenfiguren, wie etwa den Mitbewohner Justus, der ein wandelndes Berlin-Kreuzberg-Klischee ist. Das muss man sicherlich mögen, aber ich habe diese Abschnitte einfach genossen!
Anmerkung: Es ist grundsätzlich möglich, den dritten Teil als eigenständiges Buch zu lesen, aber ich würde dringend dazu raten, mindestens Band 1 vorher durchzuschmökern, um das volle Lesevergnügen zu haben und alle Zusammenhänge zu verstehen, da gerade diese beiden Bände eng miteinander zusammenhängen.
Alena Schröder wechselt in diesem Band besonders oft zwischen verschiedenen Perspektiven, auch Nebencharaktere erhalten ihre eigenen Kapitel. Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob das nicht ein bisschen zu sehr in die Breite geht. Rückblickend hätte ich lieber auf zwei oder drei Blickwinkel verzichtet und wäre dafür noch tiefer in Marlens Leben eingetaucht. Insbesondere mit der merkwürdigen Haushälterin Burgel konnte ich wenig anfangen. Dies ist aber nur ein winziger Kritikpunkt, der für mich kaum ins Gewicht fällt, da mich beide Zeitstränge gefesselt haben und ich insbesondere auch den Schluss des Buches rundum gelungen und sehr berührend fand.
Der dritte Teil ist für mich der perfekte Abschluss einer sehr bewegenden Trilogie, die vier Frauengenerationen einer Familie zwischen 1922 und 2023 begleitet, und damit durch die deutsche Geschichte von der Weimarer Republik, der Zeit des Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg über die Bundesrepublik bzw. die DDR bis zur Wendezeit und in die Gegenwart. Am Ende war ich beinahe traurig, dass ich Senta, Evelyn, Sylvia und Hannah nun loslassen muss, so vertraut waren sie mir inzwischen geworden.
Von mir eine ganz große Leseempfehlung für die gesamte Trilogie!
Der dritte Teil spielt auf zwei Zeitebenen. Die erste beginnt 1945 mit Kriegsende, als sich die 14-jährige Waise Marlen in einem Forsthaus in Güstrow in einer alten Kommode vor den Russen versteckt und dort ein Ölbild entdeckt, das sie an sich nimmt. Als Leser:in begleitet man Marlen durch die folgenden Jahre.
Die zweite Zeitebene spielt im Jahr 2023, sieben Jahre nach dem Ende des ersten Bandes. Hannah ist nun 34 Jahre alt und lebt mit ihrer besten Freundin Rubi in einer WG. Diese ist jedoch schwanger und zieht mit ihrem Freund in eine Kommune nach Brandenburg, und Hannah vermietet das freie Zimmer etwas unüberlegt an Justus, den Neffen einer Arbeitskollegin. Aus heiterem Himmel taucht außerdem plötzlich ihr leiblicher Vater auf, der bisher lediglich durch Abwesenheit glänzte, und bemüht sich um sie. Hannah ist überfordert. Warum hat er sich früher nie bei ihr gemeldet? Und welche Rolle spielten ihre Mutter Sylvia und ihre Großmutter Evelyn dabei?
Alena Schröder schreibt wieder so lebendig, abwechslungsreich und unterhaltsam, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Besonders liebe ich ihre herrlich pointierten und manchmal leicht überzeichneten Charaktere in den Nebenfiguren, wie etwa den Mitbewohner Justus, der ein wandelndes Berlin-Kreuzberg-Klischee ist. Das muss man sicherlich mögen, aber ich habe diese Abschnitte einfach genossen!
Anmerkung: Es ist grundsätzlich möglich, den dritten Teil als eigenständiges Buch zu lesen, aber ich würde dringend dazu raten, mindestens Band 1 vorher durchzuschmökern, um das volle Lesevergnügen zu haben und alle Zusammenhänge zu verstehen, da gerade diese beiden Bände eng miteinander zusammenhängen.
Alena Schröder wechselt in diesem Band besonders oft zwischen verschiedenen Perspektiven, auch Nebencharaktere erhalten ihre eigenen Kapitel. Zwischendurch habe ich mich gefragt, ob das nicht ein bisschen zu sehr in die Breite geht. Rückblickend hätte ich lieber auf zwei oder drei Blickwinkel verzichtet und wäre dafür noch tiefer in Marlens Leben eingetaucht. Insbesondere mit der merkwürdigen Haushälterin Burgel konnte ich wenig anfangen. Dies ist aber nur ein winziger Kritikpunkt, der für mich kaum ins Gewicht fällt, da mich beide Zeitstränge gefesselt haben und ich insbesondere auch den Schluss des Buches rundum gelungen und sehr berührend fand.
Der dritte Teil ist für mich der perfekte Abschluss einer sehr bewegenden Trilogie, die vier Frauengenerationen einer Familie zwischen 1922 und 2023 begleitet, und damit durch die deutsche Geschichte von der Weimarer Republik, der Zeit des Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg über die Bundesrepublik bzw. die DDR bis zur Wendezeit und in die Gegenwart. Am Ende war ich beinahe traurig, dass ich Senta, Evelyn, Sylvia und Hannah nun loslassen muss, so vertraut waren sie mir inzwischen geworden.
Von mir eine ganz große Leseempfehlung für die gesamte Trilogie!