Kein abgeschlossenes Gemälde
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, die Leseprobe war an- und vielversprechend.
In „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ erzählt Alena Schröder zwei Geschichten, die sich in kurzen Kapiteln abwechseln und parallel entwickeln.
Der erste Erzählstrang spielt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Marlen flieht vor den Russen und landet schließlich in Güstrow, nachdem sie aus Demmin geflohen ist. Dort hat ihre Mutter Selbstmord begangen, indem sie sich in der Peene ertränkte. Marlen hingegen besitzt einen starken Überlebenswillen – sie rettet sich aus dem Wasser. In Güstrow begegnet sie Wilma, die sie vor einer Vergewaltigung durch russische Soldaten schützt. Marlen bleibt bei ihr. Wilma ist Malerin, und Marlen beginnt, von ihr zu lernen.
Der zweite Erzählstrang spielt im Berlin des Jahres 2023. Hannah lebt plötzlich allein, nachdem ihre Freundin und Mitbewohnerin Ruby erst einen Mann kennenlernt und dann schwanger wird. Hannah ist eine etwas überzeichnete Vertreterin der Generation Y: In ihrem Leben wirkt vieles halbherzig, unfertig, unentschlossen. Bewegung kommt in ihr Leben, als ihr Vater auftaucht, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt hatte und als Justus in Rubys ehemaliges Zimmer einzieht.
Die kurzen Kapitel lassen sich gut lesen, Schröders Sprache ist bildhaft, oft entstehen klare Szenen vor dem inneren Auge. Dennoch empfand ich die häufigen Wechsel zwischen den Erzählsträngen zunehmend als anstrengend. Hinzu kommen zahlreiche Nebengeschichten, die nicht immer zur Vertiefung der Hauptstränge beitragen.
Während der Lektüre hatte ich lange keine Vorstellung davon, wie diese beiden Geschichten zueinanderfinden könnten. Die spätere Auflösung empfand ich schließlich als schwach und enttäuschend.
Das passt ein bisschen zum Einband, der zu gequält für die Geschichte passend gemacht wurde.
Das ist schade, denn beide Geschichten haben großes Potenzial, das immer wieder aufblitzt. Auch Humor kann Schröder – besonders deutlich wird das etwa in der Szene der Familienaufstellung.
Unterm Strich bleibt für mich ein Buch mit Stärken, aber leider auch deutlichen Schwächen. Vielleicht täte Alena Schröder eine kreative Pause gut. Bestimmt ist die Frist fürs neue Buch aber wieder zu eng gesteckt.
Mehr als drei Sterne kann ich leider nicht vergeben.
In „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ erzählt Alena Schröder zwei Geschichten, die sich in kurzen Kapiteln abwechseln und parallel entwickeln.
Der erste Erzählstrang spielt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Marlen flieht vor den Russen und landet schließlich in Güstrow, nachdem sie aus Demmin geflohen ist. Dort hat ihre Mutter Selbstmord begangen, indem sie sich in der Peene ertränkte. Marlen hingegen besitzt einen starken Überlebenswillen – sie rettet sich aus dem Wasser. In Güstrow begegnet sie Wilma, die sie vor einer Vergewaltigung durch russische Soldaten schützt. Marlen bleibt bei ihr. Wilma ist Malerin, und Marlen beginnt, von ihr zu lernen.
Der zweite Erzählstrang spielt im Berlin des Jahres 2023. Hannah lebt plötzlich allein, nachdem ihre Freundin und Mitbewohnerin Ruby erst einen Mann kennenlernt und dann schwanger wird. Hannah ist eine etwas überzeichnete Vertreterin der Generation Y: In ihrem Leben wirkt vieles halbherzig, unfertig, unentschlossen. Bewegung kommt in ihr Leben, als ihr Vater auftaucht, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt hatte und als Justus in Rubys ehemaliges Zimmer einzieht.
Die kurzen Kapitel lassen sich gut lesen, Schröders Sprache ist bildhaft, oft entstehen klare Szenen vor dem inneren Auge. Dennoch empfand ich die häufigen Wechsel zwischen den Erzählsträngen zunehmend als anstrengend. Hinzu kommen zahlreiche Nebengeschichten, die nicht immer zur Vertiefung der Hauptstränge beitragen.
Während der Lektüre hatte ich lange keine Vorstellung davon, wie diese beiden Geschichten zueinanderfinden könnten. Die spätere Auflösung empfand ich schließlich als schwach und enttäuschend.
Das passt ein bisschen zum Einband, der zu gequält für die Geschichte passend gemacht wurde.
Das ist schade, denn beide Geschichten haben großes Potenzial, das immer wieder aufblitzt. Auch Humor kann Schröder – besonders deutlich wird das etwa in der Szene der Familienaufstellung.
Unterm Strich bleibt für mich ein Buch mit Stärken, aber leider auch deutlichen Schwächen. Vielleicht täte Alena Schröder eine kreative Pause gut. Bestimmt ist die Frist fürs neue Buch aber wieder zu eng gesteckt.
Mehr als drei Sterne kann ich leider nicht vergeben.