Dies ist der dritte Band aus der Serie rund um Hannah, Evelyn und das verschwundene Bild. Es wird auf zwei Ebenen erzählt:
Die frühere Ebene führt diesmal nach Güstrow und zeigt die Schicksale von Wilma und Marlen von 1945 bis in die 60er Jahre. Erneut spielt das verschwundene Gemälde eine Rolle, in der aktuellen Zeit nur eine geringfügige, im Erzählstrang mit Marlen und Wilma eine größere.
Die aktuelle Zeitebene mit Hannah spielt ungefähr sieben Jahre später als „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“, das ich erst vor einigen Wochen gelesen habe.
Die Bücher haben viele Gemeinsamkeiten, nicht nur durch Hannah, die in beiden Büchern eine zentrale Rolle spielt, sondern auch durch den Aufbau: eine aktuelle Ebene wechselt sich ab mit einer historischen.
Wieder sind Frauenrollen, selbstbestimmtes Leben und Eltern-Kind-Beziehung wesentliche Themen des Romans.
Wilma ist froh über die Abwesenheit ihres Mannes. Endlich kann sie aus seinem Schatten heraustreten und Anerkennung ihrer künstlerischen Arbeit erlangen, vorher war sie eher „die Frau an seiner Seite“.
Marlen und Hannah haben Schwierigkeiten in ihrer Rolle als „Kind“. Wilmas Erwartungen und Forderungen an ihre Ziehtochter Marlen sind hoch. Marlen möchte gern ein eigenes Leben, aber sie fühlt auch Verantwortung für die Frau, die sie aufgenommen hat. Muss sie aus Dankbarkeit bei ihr bleiben?
Hannahs Vater war Jahrzehnte nicht präsent, aber nun behauptet er, das sei nicht eigener Wunsch und Entscheidung gewesen. Hannah ist im Zwiespalt, einerseits hat sie sich immer nach einem Vater gesehnt und hat ja inzwischen auch niemanden mehr, der irgendwie Verwandtschaft wäre, aber sie glaubt ihm nicht wirklich. Was will er eigentlich? Welche Erwartungen hat er und muss sie diese erfülle, obwohl sie ihn kaum kennt?
Neben der Hauptfrage, ob wir unseren Eltern etwas schulden, geht es auch um Lügen, die man einsetzt, um etwas zu erreichen und als historischen Zusatzbonus um Rolle und Aufgabe der Kunst in den Anfangsjahren der DDR.
Ein spannungssteigender Handlungsablauf fehlt, dennoch ist man schnell „drin“ und liest zügig weiter, um das Schicksal der Personen zu verfolgen.
Alena Schröder hat großes Talent, Emotionen und innere Zweifel darzustellen und so bekommt man ein klares Bild der Gedanken und Gefühle der Personen. Sie erzählt flüssig und sensibel.
Ich habe das Buch gerne und zügig gelesen, es konnte mich aber nicht so überzeugen wie „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“, das zu meinen Jahresfavoriten zählte. Woran mag das liegen? Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, Evelyns Geschichte fand ich interessanter als Wilmas und Marlens Schicksal, auch weniger vorhersehbar. Zusätzlich ist die Verbindung zwischen den Zeitebenen sehr konstruiert und nicht überzeugend gelungen. Das verschwundene Bild spielt in der aktuellen Ebene bei Hannah kaum eine Rolle und eine andere Verbindung gibt es nicht.
Gern hätte ich mehr von Evelyn gelesen, aber ich werde mir nun den zweiten Band kaufen. Ich habe mehrfach gelesen, der Stoff sei eine Trilogie und mit diesem Buch abgeschlossen. Ja, ich finde, es ist „auserzählt“ und mit einem weiteren Buch zu der Serie tut sich die Autorin keinen Gefallen, ich wünsche mir einen neuen Stoff. Andererseits ist das Rätsel des verschwundenen Bildes noch nicht befriedigend aufgelöst. Wir wissen zwar nun, was daraus wurde, aber die Personen des Buches wissen es ja nicht und wo und wie es sich jetzt befindet, ist auch offen.
Fazit: Gut zu lesen, gute Unterhaltung, aber nicht auf dem Level des ersten Bandes der Serie.
Die frühere Ebene führt diesmal nach Güstrow und zeigt die Schicksale von Wilma und Marlen von 1945 bis in die 60er Jahre. Erneut spielt das verschwundene Gemälde eine Rolle, in der aktuellen Zeit nur eine geringfügige, im Erzählstrang mit Marlen und Wilma eine größere.
Die aktuelle Zeitebene mit Hannah spielt ungefähr sieben Jahre später als „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“, das ich erst vor einigen Wochen gelesen habe.
Die Bücher haben viele Gemeinsamkeiten, nicht nur durch Hannah, die in beiden Büchern eine zentrale Rolle spielt, sondern auch durch den Aufbau: eine aktuelle Ebene wechselt sich ab mit einer historischen.
Wieder sind Frauenrollen, selbstbestimmtes Leben und Eltern-Kind-Beziehung wesentliche Themen des Romans.
Wilma ist froh über die Abwesenheit ihres Mannes. Endlich kann sie aus seinem Schatten heraustreten und Anerkennung ihrer künstlerischen Arbeit erlangen, vorher war sie eher „die Frau an seiner Seite“.
Marlen und Hannah haben Schwierigkeiten in ihrer Rolle als „Kind“. Wilmas Erwartungen und Forderungen an ihre Ziehtochter Marlen sind hoch. Marlen möchte gern ein eigenes Leben, aber sie fühlt auch Verantwortung für die Frau, die sie aufgenommen hat. Muss sie aus Dankbarkeit bei ihr bleiben?
Hannahs Vater war Jahrzehnte nicht präsent, aber nun behauptet er, das sei nicht eigener Wunsch und Entscheidung gewesen. Hannah ist im Zwiespalt, einerseits hat sie sich immer nach einem Vater gesehnt und hat ja inzwischen auch niemanden mehr, der irgendwie Verwandtschaft wäre, aber sie glaubt ihm nicht wirklich. Was will er eigentlich? Welche Erwartungen hat er und muss sie diese erfülle, obwohl sie ihn kaum kennt?
Neben der Hauptfrage, ob wir unseren Eltern etwas schulden, geht es auch um Lügen, die man einsetzt, um etwas zu erreichen und als historischen Zusatzbonus um Rolle und Aufgabe der Kunst in den Anfangsjahren der DDR.
Ein spannungssteigender Handlungsablauf fehlt, dennoch ist man schnell „drin“ und liest zügig weiter, um das Schicksal der Personen zu verfolgen.
Alena Schröder hat großes Talent, Emotionen und innere Zweifel darzustellen und so bekommt man ein klares Bild der Gedanken und Gefühle der Personen. Sie erzählt flüssig und sensibel.
Ich habe das Buch gerne und zügig gelesen, es konnte mich aber nicht so überzeugen wie „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“, das zu meinen Jahresfavoriten zählte. Woran mag das liegen? Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, Evelyns Geschichte fand ich interessanter als Wilmas und Marlens Schicksal, auch weniger vorhersehbar. Zusätzlich ist die Verbindung zwischen den Zeitebenen sehr konstruiert und nicht überzeugend gelungen. Das verschwundene Bild spielt in der aktuellen Ebene bei Hannah kaum eine Rolle und eine andere Verbindung gibt es nicht.
Gern hätte ich mehr von Evelyn gelesen, aber ich werde mir nun den zweiten Band kaufen. Ich habe mehrfach gelesen, der Stoff sei eine Trilogie und mit diesem Buch abgeschlossen. Ja, ich finde, es ist „auserzählt“ und mit einem weiteren Buch zu der Serie tut sich die Autorin keinen Gefallen, ich wünsche mir einen neuen Stoff. Andererseits ist das Rätsel des verschwundenen Bildes noch nicht befriedigend aufgelöst. Wir wissen zwar nun, was daraus wurde, aber die Personen des Buches wissen es ja nicht und wo und wie es sich jetzt befindet, ist auch offen.
Fazit: Gut zu lesen, gute Unterhaltung, aber nicht auf dem Level des ersten Bandes der Serie.