Wieder ein Volltreffer!

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lisalotterie Avatar

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Wie auch die beiden Bände vorher, ist auch dieses wieder gelungen. Worin geht es?
Die erste Handlungsebene beginnt im Mai 1945. Die 14-jährige Marlen ist auf der Flucht und völlig auf sich allein gestellt. In einem abgelegenen Forsthaus trifft sie auf Wilma, eine zurückgezogen lebende Malerin. Wilma nimmt Marlen bei sich auf und bietet ihr Schutz. Zwischen den beiden entwickelt sich eine enge, aber auch schwierige Beziehung. Wilma wird für Marlen zu einer wichtigen Bezugsperson, zugleich bleibt sie geheimnisvoll und emotional distanziert. Eine besondere Rolle spielt eine Leinwand ohne Titel, an der Wilma immer wieder malt. Dieses Bild begleitet Marlen über viele Jahre und wird zum Symbol für ihre gemeinsame Geschichte. Marlens Leben wird stark von Wilmas Einfluss, von unausgesprochenen Konflikten und von den Nachwirkungen des Krieges geprägt.
Die zweite Handlungsebene spielt im Berlin der Gegenwart. Hier steht Hannah Borowski im Mittelpunkt, die sich nach dem Tod ihrer Mutter und Großmutter orientierungslos fühlt. Als auch ihre beste Freundin Rubi aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, wird Hannahs Einsamkeit noch deutlicher. Zusätzlich meldet sich ihr Vater, zu dem sie lange keinen Kontakt hatte, wieder bei ihr. Hannah beginnt, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen und stößt dabei auf viele offene Fragen, insbesondere auf die Bedeutung der alten Leinwand, die mit dem Leben ihrer Großmutter verbunden ist.
Im Verlauf des Romans wird deutlich, wie eng die Lebenswege von Wilma, Marlen, Hannahs Mutter und schließlich Hannah miteinander verbunden sind. Entscheidungen, Schweigen und Verletzungen früherer Generationen wirken bis in die Gegenwart hinein. Die Leinwand ohne Titel steht dabei für ein Leben voller Erinnerungen, die nie vollständig ausgesprochen wurden.