Zwei Frauenschicksale durch ein Gemälde verbunden
Gestaltung:
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Das Titelbild zeigt ein buntes Leinwandbild, dem man ansieht, dass die Farben wild gemixt sind, ohne etwas Konkretes darstellen zu wollen. Es ist sehr auffallend und daher wird man schnell auf dieses Buch aufmerksam. Es passt auch gut zur Handlung.
Inhalt:
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Zwei Frauen, zwei Zeitebenen:
Im Jahr 1945 sitzt die junge Marlen auf der Flucht vor den Russen in einer Kommodenschublade in einem verlassenen Güstrower Forsthaus. Darin befindet sich ein Gemälde, das sie versehentlich beschädigt. Es wird ihr ganzes Leben verändern, ebenso wie die ältere Wilma, der sie dort begegnet.
Im Jahr 2023 lebt die 34-jährige Hannah in Berlin. Sie ist ledig und Tochter einer alleinerziehenden Mutter, die jedoch bereits verstorben ist. Sie war gerade mit ihrem Leben zufrieden, als ihre beste Freundin und WG-Mitbewohnerin mit ihrem Partner wegzieht und Hannah damit in eine Sinnkrise stürzt. Kurz darauf meldet sich ihr Vater plötzlich bei ihr, mit dem sie zuvor lange keinen Kontakt hatte. Während sie versucht, herauszufinden, weshalb er sie ausgerechnet jetzt kontaktiert, findet sie gleichzeitig auch wieder zu sich selbst.
Mein Eindruck:
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"Noch als alte Frau sollte sich Marlen daran erinnern, wie ihr zum ersten Mal dieser Geruch in die Nase gestiegen war. Der Geruch nach Ölfarbe, Leim und Terpentinöl. Chemisch und satt, verheißungsvoll" (S. 40)
Dies ist der dritte Teil der Reihe über die Borowski-Frauen. Ich kannte bisher den zweiten Band "Bei euch ist es immer so unheimlich still", der Hannahs Mutter Silvia und ihre Großmutter Evelyn behandelt. Nachdem ich diesen verschlungen hatte, war ich gespannt auf den neuen Roman.
Vorweg: Man kann dieses Buch sehr gut ohne Kenntnisse der anderen Erzählungen lesen, aber manche Beziehungen werden mithilfe der ersten beiden Bände nachvollziehbarer.
Frau Schröder bleibt ihrem Erzählstil treu: Sie verwendet die beiden Zeitebenen abwechselnd und hält die Kapitel stets relativ kurz. Dadurch entfaltet sich ein Sog, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. Man möchte wissen, wie es jeweils weiter geht und vor allem, welche Rolle das Gemälde dabei spielt.
Die Handlung wird dabei vorwiegend aus den Perspektiven von Marlen und Hannah erzählt, stellenweise rücken kurzzeitig auch andere Frauen in den Mittelpunkt. Besonders anhand von Marlens Schicksal kann man sehr deutlich spüren, wie schwer es Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg hatten. Auch die Kunstwelt war noch sehr von Männern dominiert. Marlen lässt sich von Wilma aus Dankbarkeit für die Aufnahme in deren Haus leider sehr lange ausnutzen.
Hannah hingegen verkörpert eine typische moderne Frau, die zwar eigenständig ist, aber ständig auf Sinnsuche und die aufgrund ihrer gefühlt unvollständigen Familie häufig mit sich selbst hadert.
Die beiden Frauen eint, dass sie ihre Wurzeln kennen, aber letztendlich über sich selbst hinaus wachsen müssen, um über eine selbst gewählte Familie glücklich zu werden.
Mir hat die Geschichte insgesamt gut gefallen. Durch den ruhigen Erzählstil und die detaillierten Beschreibungen der Figuren mit ihren Emotionen konnte ich mich in alle Charaktere einfühlen. Enttäuscht war ich allerdings vom Ende. Die Verbindung, die laut Titel durch das Gemälde geschaffen werden sollte, konnte mich leider nicht überzeugen. Sie spielte nur am Rande eine Rolle.
Fazit:
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Der dritte Teil der Reihe war leider etwas schwächer als der Vorgänger, vor allem die Verbindung beider Schicksale hat mich nicht überzeugt.
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Das Titelbild zeigt ein buntes Leinwandbild, dem man ansieht, dass die Farben wild gemixt sind, ohne etwas Konkretes darstellen zu wollen. Es ist sehr auffallend und daher wird man schnell auf dieses Buch aufmerksam. Es passt auch gut zur Handlung.
Inhalt:
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Zwei Frauen, zwei Zeitebenen:
Im Jahr 1945 sitzt die junge Marlen auf der Flucht vor den Russen in einer Kommodenschublade in einem verlassenen Güstrower Forsthaus. Darin befindet sich ein Gemälde, das sie versehentlich beschädigt. Es wird ihr ganzes Leben verändern, ebenso wie die ältere Wilma, der sie dort begegnet.
Im Jahr 2023 lebt die 34-jährige Hannah in Berlin. Sie ist ledig und Tochter einer alleinerziehenden Mutter, die jedoch bereits verstorben ist. Sie war gerade mit ihrem Leben zufrieden, als ihre beste Freundin und WG-Mitbewohnerin mit ihrem Partner wegzieht und Hannah damit in eine Sinnkrise stürzt. Kurz darauf meldet sich ihr Vater plötzlich bei ihr, mit dem sie zuvor lange keinen Kontakt hatte. Während sie versucht, herauszufinden, weshalb er sie ausgerechnet jetzt kontaktiert, findet sie gleichzeitig auch wieder zu sich selbst.
Mein Eindruck:
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"Noch als alte Frau sollte sich Marlen daran erinnern, wie ihr zum ersten Mal dieser Geruch in die Nase gestiegen war. Der Geruch nach Ölfarbe, Leim und Terpentinöl. Chemisch und satt, verheißungsvoll" (S. 40)
Dies ist der dritte Teil der Reihe über die Borowski-Frauen. Ich kannte bisher den zweiten Band "Bei euch ist es immer so unheimlich still", der Hannahs Mutter Silvia und ihre Großmutter Evelyn behandelt. Nachdem ich diesen verschlungen hatte, war ich gespannt auf den neuen Roman.
Vorweg: Man kann dieses Buch sehr gut ohne Kenntnisse der anderen Erzählungen lesen, aber manche Beziehungen werden mithilfe der ersten beiden Bände nachvollziehbarer.
Frau Schröder bleibt ihrem Erzählstil treu: Sie verwendet die beiden Zeitebenen abwechselnd und hält die Kapitel stets relativ kurz. Dadurch entfaltet sich ein Sog, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. Man möchte wissen, wie es jeweils weiter geht und vor allem, welche Rolle das Gemälde dabei spielt.
Die Handlung wird dabei vorwiegend aus den Perspektiven von Marlen und Hannah erzählt, stellenweise rücken kurzzeitig auch andere Frauen in den Mittelpunkt. Besonders anhand von Marlens Schicksal kann man sehr deutlich spüren, wie schwer es Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg hatten. Auch die Kunstwelt war noch sehr von Männern dominiert. Marlen lässt sich von Wilma aus Dankbarkeit für die Aufnahme in deren Haus leider sehr lange ausnutzen.
Hannah hingegen verkörpert eine typische moderne Frau, die zwar eigenständig ist, aber ständig auf Sinnsuche und die aufgrund ihrer gefühlt unvollständigen Familie häufig mit sich selbst hadert.
Die beiden Frauen eint, dass sie ihre Wurzeln kennen, aber letztendlich über sich selbst hinaus wachsen müssen, um über eine selbst gewählte Familie glücklich zu werden.
Mir hat die Geschichte insgesamt gut gefallen. Durch den ruhigen Erzählstil und die detaillierten Beschreibungen der Figuren mit ihren Emotionen konnte ich mich in alle Charaktere einfühlen. Enttäuscht war ich allerdings vom Ende. Die Verbindung, die laut Titel durch das Gemälde geschaffen werden sollte, konnte mich leider nicht überzeugen. Sie spielte nur am Rande eine Rolle.
Fazit:
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Der dritte Teil der Reihe war leider etwas schwächer als der Vorgänger, vor allem die Verbindung beider Schicksale hat mich nicht überzeugt.