Tolle Atmosphäre

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belli4charlotte Avatar

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Schon nach fünfzehn Seiten wirkt Roos wie ein Mädchen, das mehr Schatten als Licht kennt. Ihre Vergangenheit als missbrauchtes Medium liegt wie ein blauer Fleck unter der Haut, immer spürbar. Der Einzug bei Agnes fühlt sich an wie ein vorsichtiges Innehalten, ein Moment, in dem Hoffnung möglich scheint – und doch vibriert das Herrenhaus von Anfang an vor etwas Unruhigem, etwas Altem, das sich nicht zeigen will, aber schon atmet.

Was sofort hängen bleibt, ist diese Mischung aus Zärtlichkeit und Unbehagen: Roos’ Nähe zu den Geistern wirkt nicht verrückt, sondern tragisch-intim, als wären sie die Einzigen, die sie je wirklich gesehen haben.

Und das Cover fängt genau diese Stimmung ein: das dunkle, fast samtige Blau, der feine Goldakzent, die Silhouette, die gleichzeitig verletzlich und unheimlich wirkt. Es ist wunderschön, aber mit einem Stich – wie ein Versprechen, dass Schönheit hier immer einen Schatten wirft.