Zwischen Dunkelheit und Wahrheit

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Die Leseprobe zieht einen sofort in eine düstere, beklemmende Atmosphäre hinein, die stark an klassische Gothic-Romane erinnert und zugleich eine moderne Sensibilität mitbringt.

Schon zu Beginn wird deutlich, dass hier mit Wahrnehmung und Wahrheit gespielt wird. Roos ist eine faszinierend ambivalente Figur: verletzlich, geprägt von Missbrauch und Manipulation, gleichzeitig aber auch reflektiert. Ihre Stimme wirkt authentisch und eindringlich, was die emotionale Wirkung der Geschichte verstärkt. Besonders gelungen ist, wie Realität und Übernatürliches ineinanderfließen, ohne dass sofort klar wird, was tatsächlich „real“ ist.

Die Sprache ist atmosphärisch dicht und detailreich. Gerade die Beschreibungen der Séancen und der bedrückenden Kindheitssituationen erzeugen eine intensive, fast klaustrophobische Stimmung. Dabei setzt die Autorin verstörenden Bildern ein, die sie gezielt einsetzt, um die psychische Lage der Protagonistin nachvollziehbar zu machen.

Es wird angedeutet, dass es um weit mehr als nur eine Geistergeschichte geht. Machtmissbrauch, Abhängigkeit, Trauma und die Suche nach Nähe und Schutz scheinen zentrale Motive zu sein. Besonders interessant ist die Beziehung zwischen Roos und dem Geist Ruth, die zugleich unheimlich und tröstlich wirkt und viele Fragen aufwirft.

Insgesamt macht die Leseprobe neugierig auf das, was weiterhin kommen wird.