Düster, melancholisch und sehr spannend

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leseliese7 Avatar

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Das düstere und dennoch sinnliche Cover mit dem schönen Farbschnitt lässt ahnen, dass wir hier eine dunkle Geschichte vor uns haben. Johanna van Veen schafft mit ihrem Schreibstil eine ganz besondere Atmosphäre. Zu Beginn lernen wir Roos und ihren Schutzgeist Ruth kennen und erfahren, wie sie im Haus von Maman, wie Roos‘ Ziehmutter genannt wird, an Séancen mitwirken muss, um sich den Lebensunterhalt mitzuverdienen. Es ist keine schöne Zeit, die Roos hier verlebt. Erst als die Kundin Agnes Knoop an einer Séance teilnimmt, bricht eine neue Zeit für Roos an. Sie darf mit ihr gehen und ein neues Leben in Agnes’ Anwesen beginnen. Wer kann hier eigentlich alles Geister sehen und fühlen? Was ist Realität und was nicht?
Unterbrochen wird die Geschichte dann immer wieder von den Protokollen eines Arztes, der mit der Patientin Roos über einen Mord spricht. Mit der Zeit puzzeln sich die Ereignisse zusammen und der Leser erfährt mehr und mehr zu den Hintergründen und Ereignissen. Teils sehr liebevoll beschrieben, teils sehr düster und auch gruselig, ist dies auf alle Fälle ein Buch für Fans von Neo-Gothic-Romanen. Eine Triggerwarnung zu Beginn ergibt sehr viel Sinn. Man muss schon wissen, dass man sich hier nicht auf eine einfache und leichte Geschichte einlässt. Elemente, die einem die Haare zu Berge stehen lassen, tauchen nicht nur einmal auf. Aber es ist auch eine Liebesgeschichte. Johanna van Veen hat mit viel Feingefühl die unterschiedlichen Themen aufgegriffen und geht behutsam damit um.
Dieses Buch lässt den Leser mit ganz widersprüchlichen Gefühlen zurück, ist aber definitiv eine ganz klare Empfehlung.