Düster und anders
Mein zärtlicher Schatten ist ein Roman, der sich nur schwer in eine klare Schublade stecken lässt. Zwischen düsterer Atmosphäre, psychologischer Spannung und übernatürlichen Elementen entfaltet sich eine Geschichte, die vor allem von ihren Figuren und deren inneren Konflikten lebt.
Im Mittelpunkt steht Roos, ein junges Mädchen, das seit ihrer Kindheit Geister sehen kann. Diese Fähigkeit ist jedoch alles andere als ein Geschenk, denn sie wurde in der Vergangenheit von ihrer Stiefmutter ausgenutzt, wodurch Roos prägende und belastende Erfahrungen machen musste. Schon früh wird deutlich, dass sie nie wirklich die Kontrolle über ihr eigenes Leben hatte und stark von Unsicherheiten geprägt ist. Sie wirkt verletzlich, verloren und gleichzeitig irgendwie gefangen zwischen Realität und dem, was andere als Wahnsinn abtun.
Die Handlung nimmt eine Wendung, als Agnes in Roos Leben tritt. Mit ihr verändert sich die Dynamik der Geschichte spürbar. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich langsam und auf eine Weise, die nicht unbedingt vorhersehbar ist. Gerade diese Entwicklung gehört zu den interessanteren Aspekten des Buches, da sie sowohl emotionale Tiefe als auch neue Perspektiven auf Roos’ Situation eröffnet.
Ein besonders prägnantes Element ist die Rolle der Geister. Ruth, die Roos begleitet, ist dabei eine der vielschichtigsten Figuren. Einerseits fungiert sie als Beschützerin und hilft Roos, sich in einer oft feindseligen Welt zurechtzufinden. Andererseits zeigt sie auch deutlich egoistische Züge und versucht, Roos stark an sich zu binden. Dadurch entsteht eine Beziehung, die unterschwellig toxisch wirkt und immer wieder Fragen nach Abhängigkeit und Kontrolle aufwirft. Im Kontrast dazu steht die Verbindung zwischen Agnes und dem Geist Peter, die deutlich weniger belastet erscheint und eine andere Form des Umgangs mit dem Übernatürlichen zeigt.
Auch Nebenfiguren wie Thomas und seine Schwester tragen zur Komplexität der Geschichte bei. Nach und nach werden ihre Hintergründe aufgedeckt, wodurch sich das Gesamtbild der Handlung erweitert und einzelne Zusammenhänge klarer werden. Diese langsame Enthüllung sorgt für eine gewisse Spannung, auch wenn sie stellenweise etwas zäh wirken kann.
Ein wiederkehrendes erzählerisches Mittel sind die Einschübe von Gesprächen zwischen Roos und einem Arzt. Diese Sitzungen dienen dazu, die Geschehnisse einzuordnen und werfen gleichzeitig Fragen nach Wahrheit, Wahrnehmung und Zurechnungsfähigkeit auf. Dadurch entsteht eine zusätzliche Ebene, die die Geschichte nicht nur als übernatürliche Erzählung, sondern auch als psychologisches Drama lesbar macht.
Der Schreibstil von Johanna van Veen ist insgesamt sehr zugänglich und angenehm zu lesen. Die Sprache ist klar, ohne dabei an Atmosphäre zu verlieren. Besonders das Worldbuilding gelingt in einem ausgewogenen Maß. Die übernatürlichen Elemente fügen sich organisch in die Geschichte ein, ohne überladen zu wirken. Gleichzeitig gibt es jedoch Passagen, die sich in die Länge ziehen und den Lesefluss etwas bremsen können.
Insgesamt ist Mein zärtlicher Schatten ein Buch, das interessante Ideen und starke Figuren bietet, aber nicht in jeder Hinsicht den Geschmack trifft. Die emotionale Tiefe, die ungewöhnlichen Beziehungen und die Mischung aus Realität und Übernatürlichem machen den Roman durchaus lesenswert. Dennoch können das stellenweise langsame Erzähltempo und einige ausgedehnte Passagen dazu führen, dass die Spannung nicht durchgehend gehalten wird.
Am Ende bleibt ein Werk, das vor allem durch seine Figuren und deren Beziehungen im Gedächtnis bleibt, auch wenn es nicht vollständig überzeugen kann.
Im Mittelpunkt steht Roos, ein junges Mädchen, das seit ihrer Kindheit Geister sehen kann. Diese Fähigkeit ist jedoch alles andere als ein Geschenk, denn sie wurde in der Vergangenheit von ihrer Stiefmutter ausgenutzt, wodurch Roos prägende und belastende Erfahrungen machen musste. Schon früh wird deutlich, dass sie nie wirklich die Kontrolle über ihr eigenes Leben hatte und stark von Unsicherheiten geprägt ist. Sie wirkt verletzlich, verloren und gleichzeitig irgendwie gefangen zwischen Realität und dem, was andere als Wahnsinn abtun.
Die Handlung nimmt eine Wendung, als Agnes in Roos Leben tritt. Mit ihr verändert sich die Dynamik der Geschichte spürbar. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich langsam und auf eine Weise, die nicht unbedingt vorhersehbar ist. Gerade diese Entwicklung gehört zu den interessanteren Aspekten des Buches, da sie sowohl emotionale Tiefe als auch neue Perspektiven auf Roos’ Situation eröffnet.
Ein besonders prägnantes Element ist die Rolle der Geister. Ruth, die Roos begleitet, ist dabei eine der vielschichtigsten Figuren. Einerseits fungiert sie als Beschützerin und hilft Roos, sich in einer oft feindseligen Welt zurechtzufinden. Andererseits zeigt sie auch deutlich egoistische Züge und versucht, Roos stark an sich zu binden. Dadurch entsteht eine Beziehung, die unterschwellig toxisch wirkt und immer wieder Fragen nach Abhängigkeit und Kontrolle aufwirft. Im Kontrast dazu steht die Verbindung zwischen Agnes und dem Geist Peter, die deutlich weniger belastet erscheint und eine andere Form des Umgangs mit dem Übernatürlichen zeigt.
Auch Nebenfiguren wie Thomas und seine Schwester tragen zur Komplexität der Geschichte bei. Nach und nach werden ihre Hintergründe aufgedeckt, wodurch sich das Gesamtbild der Handlung erweitert und einzelne Zusammenhänge klarer werden. Diese langsame Enthüllung sorgt für eine gewisse Spannung, auch wenn sie stellenweise etwas zäh wirken kann.
Ein wiederkehrendes erzählerisches Mittel sind die Einschübe von Gesprächen zwischen Roos und einem Arzt. Diese Sitzungen dienen dazu, die Geschehnisse einzuordnen und werfen gleichzeitig Fragen nach Wahrheit, Wahrnehmung und Zurechnungsfähigkeit auf. Dadurch entsteht eine zusätzliche Ebene, die die Geschichte nicht nur als übernatürliche Erzählung, sondern auch als psychologisches Drama lesbar macht.
Der Schreibstil von Johanna van Veen ist insgesamt sehr zugänglich und angenehm zu lesen. Die Sprache ist klar, ohne dabei an Atmosphäre zu verlieren. Besonders das Worldbuilding gelingt in einem ausgewogenen Maß. Die übernatürlichen Elemente fügen sich organisch in die Geschichte ein, ohne überladen zu wirken. Gleichzeitig gibt es jedoch Passagen, die sich in die Länge ziehen und den Lesefluss etwas bremsen können.
Insgesamt ist Mein zärtlicher Schatten ein Buch, das interessante Ideen und starke Figuren bietet, aber nicht in jeder Hinsicht den Geschmack trifft. Die emotionale Tiefe, die ungewöhnlichen Beziehungen und die Mischung aus Realität und Übernatürlichem machen den Roman durchaus lesenswert. Dennoch können das stellenweise langsame Erzähltempo und einige ausgedehnte Passagen dazu führen, dass die Spannung nicht durchgehend gehalten wird.
Am Ende bleibt ein Werk, das vor allem durch seine Figuren und deren Beziehungen im Gedächtnis bleibt, auch wenn es nicht vollständig überzeugen kann.