Düster verstörend und unfassbar gut

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mailinea Avatar

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Rezension

Wo vertorbene zu Geistern werden und ewigen Begleitern werden
Es gibt Bücher, die hinterlassen einen schmutzigen Film auf der Seele und man liebt jede Sekunde davon. Johanna van Veen hat mit diesem Werk eine Geschichte geschrieben, die so düster, ekelerregend und gleichzeitig schmerzlich berührend ist, dass sie mich von der ersten Seite an vollkommen in ihren Bann gezogen hat.

Das Grab als Geburtsstätte des Schreckens
Was diesen Roman von klassischen Geistergeschichten abhebt, ist die grausame Logik hinter dem Übernatürlichen. Es geht nicht einfach nur um Verstorbene, die keine Ruhe finden. Es geht um den Ort, an dem ein Körper verscharrt wird. Die Autorin beschreibt detailliert und ungeschönt, wie aus einem im Verborgenen „verbuddelten“ Körper ein Geist entsteht ein zärtlicher, aber tödlicher Schatten, der sich unauflöslich an einen lebenden Menschen bindet.

Zwischen Anklagebank und Wahnsinn
Die Geschichte entfaltet sich in einer hochgradig spannenden Atmosphäre Eine junge Frau sitzt vor Gericht und versucht in packenden Therapiesitzungen zu erklären, wie es zu den Morden kam.

Ist sie psychisch krank und bildet sich die Geister nur ein, oder ist sie das Opfer einer Familiengeschichte, die buchstäblich aus dem Boden wiederaufgestanden ist?

Die kurzen, rasanten Kapitel sorgen dafür, dass man das Buch förmlich „inhaliert“. Der Schreibstil ist dabei von einer morbiden Schönheit, die den Leser trotz der harten Themen (und ja, sie gehen sehr nah!) nicht los lässt.

Ein tiefschwarzes Familiendrama
Hinter dem Horror verbirgt sich ein zutiefst komplexes Geflecht aus Schmerz und dunklen Geheimnissen. Es geht um das Aufdecken von Wahrheiten, die besser vergraben geblieben wären. Man spürt förmlich die Kälte der Erde und die Verzweiflung der Protagonisten, während man sich fragt: Wer ist hier wirklich für das Blutvergießen verantwortlich?
Tatsächlich ist die Szene als beschrieben wird wie der Geist an Ihr wortwörtlich nagt und Ihr Blut leckt am verstörendstend für mich gewesen.

Düster, intensiv und kompromisslos dieses Buch zeigt, dass manche Gräber niemals wirklich geschlossen sind.