Ein dunkler Sog

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
ryria Avatar

Von

1953 muss Roos für ihre Ziehmutter das Medium bei Seancen spielen, den Gästen werden Besuche von den Geistern ihrer verstorbenen Liebsten vorgegaukelt. Dabei ist nur Ruth wirklich dort, der Beschützergeist von Roos.
Die Begegnung mit Gast Agnes verspricht Befreiung und ein neues Leben, doch auch auf dem alten Familienanwesen von Agnes lauern Schrecken und Geheimnisse...
An diesem Buch ist wohl alles düster, von der Gestaltung über die Atmosphäre bis hin zu den behandelten Themen. Diese haben es auch durchaus in sich und gehen teilweise richtig unter die Haut, dabei entwickelt sich das Grauen jedoch schleichend.
Man hat zu Beginn Mitleid mit Roos, dann kommen nach und nach immer mehr Details ans Licht und werden zusätzlich noch unterstützt durch Zwischenkapitel, in denen ein Doktor versucht herauszufinden, ob Roos wahnsinnig ist.
Diese Mischung aus Gesprächen in der Gegenwart und Erzählungen über die Vergangenheit schaffen es, durchgängig die Neugier aufrecht zu erhalten.
Zwischendurch gab es allerdings doch auch Abschnitte, die sich ein wenig gezogen haben, vor allem, da manchmal nicht groß was passiert.
Trotzdem gönnt einem die Atmosphäre keine Pausen, wie in einem Sog liest man weiter, irgendwie von der Dunkelheit fasziniert.
Roos als Charakter ist echt interessant, auf ihre ganz eigene Art, Agnes hingegen ist mir im Großteil der Geschichte eher noch ferngeblieben und ich konnte Roos Zuneigung nicht immer ganz nachvollziehen.
Insgesamt ein düsteres Buch, das eigene Interpretationen zulässt und mit einer starken Atmosphäre überzeugen kann.