Ein ruhiger und melancholischer Roman
In "Mein zärtlicher Schatten" ist der Titel Programm. Das Buch besticht mit jeder Menge Sanftheit, Melancholie und Eigenheiten. Die Beziehung zwischen Roos und ihrem Schutzgeist Ruth ist eine ganz besondere. Man fühlt schon fast eine zärtliche Abhängigkeit. Wäre dieses Miteinander nicht so friedlich beschrieben, würde ich es fast schon toxisch nennen. Roos nimmt viele "schlechte" Eigenschaften mit in ihr Erwachsenen Leben und auch in die Beziehung zu Agnes. Man merkt gleich, dass sie durch ihre Erfahrungen zutiefst traumatisiert wurde. Durch den ruhigen und sehr gewählt ausgedrückten Schreibstil, nimmt man die Spuren das Traumas jedoch nur ganz unterschwellig war. Als Leser bleibt viel Spiel für Interpretationen und eigene Gedankengänge. Viele Handlungen werden nicht vollumfänglich beschrieben, sodass man zum Nachdenken angeregt wird. Bis zum Schluss bleibt die Frage bestehen, was Realität und was Fiktion ist. Leidet Roos an einer psychischen Störung oder ist Ihre Wirklichkeit tatsächlich wahr?
Trotz allem fand ich das Buch zwischenzeitlich sehr langwierig. Für mich hätten es gerne 200 Seiten weniger und damit mehr Handlungen sein können. Es passiert einfach sehr wenig. Lediglich das Ende baut nochmal Spannung auf.
Trotz allem fand ich das Buch zwischenzeitlich sehr langwierig. Für mich hätten es gerne 200 Seiten weniger und damit mehr Handlungen sein können. Es passiert einfach sehr wenig. Lediglich das Ende baut nochmal Spannung auf.