Einnehmend, verstörend und bewegend.
Jahrelang wurde Roos Beckman für Séancen benutzt, misshandelt und isoliert. Niemand ahnt, dass sie wahrhaftig Geister sehen und mit ihnen kommunizieren kann.
Ruth war in dieser Zeit – und in allen danach – ihr Anker, ihre Hoffnung. Erst als Agnes Knoop in ihr Leben tritt, eine Rettung, verändert sich das Dasein der jungen Frau – von nun an ist ihr Zuhause ein altes, beängstigendes Herrenhaus, in dem irgendetwas so gar nicht stimmt … und in dem ein Mord geschieht, für den Roos verantwortlich gemacht wird.
Johanna van Veen erzählt in ihrer Gothic-Novel „Mein zärtlicher Schatten“ eine Geschichte zwischen Obsession und Wahn. Die Frage, was ist real und was nicht, stellt sich im Verlauf nicht nur ein Mal und fesselt gemeinsam mit der beklemmenden Atmosphäre bis zum bitteren Ende an die Seiten.
Die Autorin bediente sich einem eindringlichen, der angedachten Epoche sowie dem Genre entsprechenden Stil, wählte ihre Worte mit Bedacht und Präzision. Dadurch entsteht nicht nur eine einnehmende, oft schaurige Atmosphäre, sondern auch etliche Gänsehautmomente, Szenen, die zielgenau und tief treffen. Durch die Geschichte führt uns das Medium, sodass wir Teil ihrer Erfahrungen werden, ihrer Gedanken – und ihrer eigenen Realität. Was als zuverlässige Erzählung erscheint, wird durch aufgeführte Protokolle eines Psychiaters, der Roos Zurechnungsfähigkeit und ihren psychischen Gesundheitszustand überprüfen soll, zum Wanken gebracht. Diese Art, den Lesenden zu verunsichern, zum Mitdenken und zweifeln zu animieren, einen Hauch Grusel zu generieren, empfand ich als sehr gelungen und originell. Van Veen ließ das verstaubte Setting bildlich aufleben, schuf interessante Dynamiken, deren Entwicklungen unvorhersehbar waren, setzte auf zart klingende Wendungen statt auf laut tönendes Drama. Offenbarungen und Wahrheiten schlichen sich im selben Tempo an wie die Geister und das Böse.
Wenn dieser Roman auch nicht mit Action und Tempo besticht, sind es die poetischen Töne, die subtile Spannung und die ungeahnte Dunkelheit, die den Blick nicht abwenden lassen.
Die Kombination aus sanft und bedrohlich sowie die nicht erkennbaren Motive einzelner Figuren – Ruth, ein uralter Geist, beispielsweise, oder die Witwe und ihr Anwesen –, die Melancholie über allem und eine Protagonistin, die Rätsel aufgibt, die gleichermaßen Mitgefühl wie Angst weckt, entfachen einen unwiderstehlichen Sog.
Für mich war „Mein zärtlicher Schatten“ durch und durch gothic-like, bestückt mit relevanten Themen und Gräuel, Dark-Fantasy zwischen Abhängigkeit, Wut und Liebe.
Ruth war in dieser Zeit – und in allen danach – ihr Anker, ihre Hoffnung. Erst als Agnes Knoop in ihr Leben tritt, eine Rettung, verändert sich das Dasein der jungen Frau – von nun an ist ihr Zuhause ein altes, beängstigendes Herrenhaus, in dem irgendetwas so gar nicht stimmt … und in dem ein Mord geschieht, für den Roos verantwortlich gemacht wird.
Johanna van Veen erzählt in ihrer Gothic-Novel „Mein zärtlicher Schatten“ eine Geschichte zwischen Obsession und Wahn. Die Frage, was ist real und was nicht, stellt sich im Verlauf nicht nur ein Mal und fesselt gemeinsam mit der beklemmenden Atmosphäre bis zum bitteren Ende an die Seiten.
Die Autorin bediente sich einem eindringlichen, der angedachten Epoche sowie dem Genre entsprechenden Stil, wählte ihre Worte mit Bedacht und Präzision. Dadurch entsteht nicht nur eine einnehmende, oft schaurige Atmosphäre, sondern auch etliche Gänsehautmomente, Szenen, die zielgenau und tief treffen. Durch die Geschichte führt uns das Medium, sodass wir Teil ihrer Erfahrungen werden, ihrer Gedanken – und ihrer eigenen Realität. Was als zuverlässige Erzählung erscheint, wird durch aufgeführte Protokolle eines Psychiaters, der Roos Zurechnungsfähigkeit und ihren psychischen Gesundheitszustand überprüfen soll, zum Wanken gebracht. Diese Art, den Lesenden zu verunsichern, zum Mitdenken und zweifeln zu animieren, einen Hauch Grusel zu generieren, empfand ich als sehr gelungen und originell. Van Veen ließ das verstaubte Setting bildlich aufleben, schuf interessante Dynamiken, deren Entwicklungen unvorhersehbar waren, setzte auf zart klingende Wendungen statt auf laut tönendes Drama. Offenbarungen und Wahrheiten schlichen sich im selben Tempo an wie die Geister und das Böse.
Wenn dieser Roman auch nicht mit Action und Tempo besticht, sind es die poetischen Töne, die subtile Spannung und die ungeahnte Dunkelheit, die den Blick nicht abwenden lassen.
Die Kombination aus sanft und bedrohlich sowie die nicht erkennbaren Motive einzelner Figuren – Ruth, ein uralter Geist, beispielsweise, oder die Witwe und ihr Anwesen –, die Melancholie über allem und eine Protagonistin, die Rätsel aufgibt, die gleichermaßen Mitgefühl wie Angst weckt, entfachen einen unwiderstehlichen Sog.
Für mich war „Mein zärtlicher Schatten“ durch und durch gothic-like, bestückt mit relevanten Themen und Gräuel, Dark-Fantasy zwischen Abhängigkeit, Wut und Liebe.