Intensiv, verstörend und doch unfassbar gut

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Düster, geheimnisvoll und unglaublich berührend. Roos und Ruth sind miteinander verbunden. Die eine ist lebendig, die andere seit hunderten von Jahren schon tot. Ruth steht Roos zur Seite. Ohne sie hätte Roos ihre schauderhafte Kindheit nicht überstanden. Mißbraucht in vielerlei Hinsichten von der Frau, die sie aufzog. So grausam, dass jede Seite entsetzlich und doch faszinierend ist. Die Begegnung mit Agnes verändert beider Leben. Was zuerst als Erlösung klingt, mutiert in einem Inferno, aus dem es kein Entrinnen gibt. Roos begeht eine Tat aus Liebe zu Agnes, mit furchtbaren und nicht vorhersehbaren Folgen. Am gruseligsten von allen empfand ich jedoch Willemijn. Vom nahenden Tod durch Tuberkulose gezeichnet, hat sie nichts mehr zu verlieren und bringt, zerfressen von Boshaftigkeit, rpcksichtslos den Stein ins Rollen. Die Geschichte ist gespickt von Blut und heftigen Beschreibungen von Taten und Erlebnissen. Der Schreibstil von Johanna van Veen ist den Leser oder die Leserin mitverschlingend. Unmöglich, sich dem Sog des Buches zu entziehen. Neben rückblickenden Erzählungen aus der Sicht von Roosje, gibt es Gespächsprotokolle mit dem Psychater Dr. Montague, der entscheiden muss, ob sie zurechnungsfähig ist oder nicht. Denn auch Agnes verliert ihr Leben auf tragische Weise. Eine dunkle und zarte Liebesgeschichte ohne Hoffnungen. Zärtlich, bitter, süß und grausam. Wer mag beurteilen was wirklich geschah? Wer mag verurteilen, wenn ein Leben so durch Traumata behaftet wurde, dass es reiner Überlebungswille ist, weiter zu existieren. So kurios die Handlungen und das Geschehen sind: Im Grunde ist es eine Liebesgeschichte über den Tod hinaus. Ein sehr besonderes und faszinierendes Werk mit viel Gefühl niedergeschrieben. Es hallt noch lange nach. Meine Leseempfehlung hat das Buch definitiv.