Sehr authentisch erzählt.
Die Geschichte von Bettina Flitner hat mich sehr mitgenommen. Sie zeigt hier eine Familie, die durch die Kriegswirren und Fluterfahrungen, Schäden bis in die heutige Generation mitgenommen hat. Das Coverbild zeigt eine junge Frau mit Kind im Stil der fünfziger Jahre, sie macht auf mich einen verlorenen Eindruck. Auch im Inhalt wird diese Frau als Beobachterin und Leidtragende gezeigt, die der Tochter durch ihre Art und depressiven Eigenschaften eine Rolle aufzwingt, die diese nicht übernehmen möchte. Mit der Vorlage aus den Tagebüchern der Großmutter, Großvater und der Tante ist hier ein Roman entstanden, der die Situation der Kriegszeiten und später gut aufzeigen kann. Was durch die Echtheit, auch mich als Leserin teilweise runtergezogen hat. Man muss schon unsensibel sein, um nicht die Hilfslosigkeit der Menschen zu sehen, ihre durch brutale Ereignisse geprägten Alltag in der Besatzungszeit und die dadurch entstandene Verrohung und abwertenden Ansichten. Keine leichte Lektüre, die sich aber lohnt zu lesen.