Rohe, körperliche Landliteratur.

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fönbo Avatar

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"Melken" von Sanna Samuelsson trifft die Leserin / den Leser mit ihrer harten, aber poetischen Sprache völlig unvorbereitet.

Es ist kein idyllischer Heimatroman, sondern eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Arbeit auf dem Hof, der Erschöpfung und der tiefen Verbundenheit zu den Tieren und dem Boden.

Man riecht beim Lesen förmlich den Stall und spürt die Schwere der Glieder. Diese ganz spezielle Atmosphäre zwischen dem Wunsch nach Ausbruch und der unaufhaltsamen Anziehungskraft der Herkunft wird hier meisterhaft eingefangen.

Samuelsson schreibt unverblümt und intensiv, fast so, als würde man selbst im Melkstand stehen.

Ein beeindruckender Einblick in eine Welt, die oft romantisiert wird, hier aber in all ihrer rauen Wirklichkeit gezeigt wird.