Sprachgewaltig
Die Leseprobe von "Melken" strotzt vor aufgeladener und symbolträchtiger Sprache. Der Kontrast zwischen dem Berufsleben in der Stadt und dem sinnesreizenden Leben auf dem Land springt einen förmlich an beim Lesen - beide Welten wirken zunächst unangenehm, die Stadt mechanisch und aufgeheizt, das Land irgendwie brüllend und stinkend, schwitzig und erschöpfend, sich an den Menschen drängend.Das alte Wohnhaus, ein blutend roter Fleck, hier ist kein Platz für Romantik und Idylle. Was geschehen ist, noch nicht vorhersehbar, wovor die Protagonistin flieht, was ihre große Übelkeit hervorruft, noch nicht zu ahnen. Aber ein sprachlich heftiger erster Einblick, der Lust auf mehr macht. Das ästhetische Cover steht in starkem Kontrast zu der Sprachgewalt - ich wäre gespannt, wie sich dieses Rätsel auflöst. Ich rezensiere auf allen gängigen Seiten und Foren.